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Ölpest in den USA:Bizarre Schönheit

Als im Golf von Mexiko Millionen Liter Öl auslaufen, sind Kameras ganz dicht dabei. Sie dokumentieren die wahrscheinlich schlimmste Umweltkatastrophe der Geschichte der USA - und schaffen eine seltsame Ästhetik.

12 Bilder

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Quelle: AP

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Katastrophen werden heute live in jeden Winkel der Welt übertragen. Das Bild des Fotografen wird zum Bild, das wir uns von der Katastrophe machen. Fernsehbilder aus Fukushima, Handyfilmchen aus Nordafrika - und vor einem Jahr die Luft- und Satellitenbilder aus dem Golf von Mexiko.

"Katastrophenbilder haben scheinbar widersprüchliche Aufgaben: Es geht um eine Mahnung oder Warnung. Die Katastrophe wird ausgemalt, um die Menschen zur Umkehr zu bewegen, sie sollen sich zum Beispiel vor Kriegsvorbereitung, Übertechnisierung, Umweltverschmutzung hüten", schreibt der Feuilletonist Georg Seeßlen über die Bilder der Katastrophe - aber über die fiktiven, die im Kino zu sehen sind.

Die Ölbohrplatform Deepwater Horizon ist vor einem Jahr wirklich explodiert und gesunken. Die Realität braucht keine Special Effects.

Enhanced satellite image of the Gulf of Mexico

Quelle: DigitalGlobe

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Dieses Satellitenfoto wurde digital bearbeitet, um das Ausmaß der Ölkatastrophe aus 770 Kilometer Höhe zu zeigen. Das Öl und chemische Mittel, die das Öl zersetzen sollen, wurden farbig markiert. Die Firma, die den Satelliten betreibt, hat weitere Bilder online gestellt, auch rohe, unbearbeitete Aufnahmen.

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Quelle: AP

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Öl und Wasser mischen sich nicht - dieses Bild entstand neben dem Okaloosa Island Fishing Pier, einem Anglersteg an Nordwestfloridas Emerald Coast.

Fire and smoke rise from a controlled burn of oil on the surface of the Gulf of Mexico near BP's Deepwater Horizon spill source

Quelle: Reuters

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Fünf Prozent des ausgetretenen Öls sind verbrannt, hat das Georgia-Sea-Grant-Institut der University of Georgia kalkuliert, zu einer ähnlichen Zahl kommt der Regierungsbericht.

Die große Mehrheit des Öls ist immer noch im Meer, mehr oder weniger aufgelöst. Ein Viertel liegt wahrscheinlich auf dem Meeresboden. Die Financial Times Deutschland hat aus den Daten eine anschauliche Infografik gebaut.

Oil From Spill Continues To Flow Into Gulf Of Mexico

Quelle: AFP

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Öl trieb auch auf die US-amerikanische Golfküste zu. Dieser Teppich zog Richtung Barataria Bay, die vor New Orleans liegt.

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Quelle: AP

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Die Ölbohrplattform Deepwater Horizon ist explodiert, brannte und versank dann im Meer.

87 Tage lang floss Öl ins Wasser, erst dann konnte das Loch gestopft werden.

DAMAGE FROM BP OIL SPILL LINGERS A YEAR LATER

Quelle: AFP

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Eine Ölkatastrophe wird oft erst sichtbar, wenn das Öl an den Stränden ankommt, wo sonst die Urlauber liegen. Hier entstehen Umweltschäden, das Öl muss mühsam entfernt werden. Doch beim Deepwater-Unglück könnte es schlimmer sein: Das Wissenschaftsmagazin Nature hat eine ausführliche Analyse über die Schäden veröffentlicht. Forscher haben Quallen aus dem Golf von Mexiko gefischt, die normalerweise pink oder durchsichtig sind - sie waren schwarz.

DAMAGE FROM BP OIL SPILL LINGERS A YEAR LATER

Quelle: Mark Ralston/AFP

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Das Öl ließ sich an manchen Stellen nicht von den Barrieren aufhalten. Hier vermischt sich Wasser aus dem Mississippi (links im Bild) mit Meerwasser, auf dem ein Ölteppich schwimmt.

DAMAGE FROM BP OIL SPILL LINGERS A YEAR LATER

Quelle: Stan Honda/AFP

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Die Küste des Bundesstaats Louisiana war besonders vom Öl bedroht.

DAMAGE FROM BP OIL SPILL LINGERS A YEAR LATER

Quelle: AFP

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Mehr als vier Millionen Barrel Öl - circa 700 Millionen Liter - sind ausgetreten.

One Year Anniversary Of BP Oil Spill Approaches

Quelle: AFP

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Der v erantwortliche Ölkonzern BP hat versucht, das ausgetretene Öl mit Chemie zu bekämpfen. Ein Mittel sollte das Öl in kleine Teile aufspalten, damit es leichter auf natürlichem Wege von Bakterien abgebaut wird. Etwa drei Millionen Liter wurden davon versprüht. Doch das Mittel steht selbst im Verdacht, giftig zu sein. Außerdem kann das Öl, wenn es in kleinere Bestandteile aufgespalten wird, leichter in kleine Organismen eindringen beziehungsweise von diesen aufgenommen werden und diese schädigen.

One Year Anniversary Of BP Oil Spill Approaches

Quelle: AFP

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Auch nachdem die Ölteppiche den Strand bereits erreicht hatten, landet auch heute noch immer wieder Öl an Land. Wenn es stürmt, kommt neues Öl aus dem aufgewühlten Meer, wie Anwohner berichten.

© sueddeutsche.de/bbr
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