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Münzen:Euro-Münzen sammeln - lohnt sich das?

Die neue Fünf-Euro-Münze löst bei vielen Deutschen eine regelrechte Sammelwut aus. Wer mit ihnen ein Geschäft machen will, muss jedoch einiges beachten.

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Neue 5-Euro-Münze

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Bei der Bundesbankzentrale in Frankfurt sorgte sie für lange Schlangen an den Schaltern: Der Plan des Finanzministeriums, mit der neuen Fünf-Euro-Münze die Lust am Münzensammeln wieder anzukurbeln, scheint aufgegangen zu sein. Auch Händler sind von dem Ansturm überrascht: Online-Shops sind überlastet und schon jetzt werden bei Privatverkäufen im Netz über 20 Euro für eine der als besonders fälschungssicher geltenden Münze geboten. Dabei hat das neue Fünf-Euro-Stück mit einer Auflage von 2,5 Millionen keinen besonders hohen Seltenheitswert.

JOHANN SEBASTIAN BACH-GEDENKMÜNZE

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Diese DM-Sonderprägung aus dem Jahr 2000 hatte sogar eine Auflage von weit über drei Millionen Stück - zu viel, sagen Experten. Häufig kann die Nachfrage nicht mithalten und es kommt zu keiner Wertsteigerung, sondern sogar zum Wertverfall. Für diese Silbermünze bekommt man heute bei Privatverkäufen noch ein bis zwei Euro mehr als den Nennwert.

Neben der Seltenheit der Münze ist es auch wichtig, dass diese gut erhalten ist: "Für Münzen mit wenig Gebrauchsspuren findet man leichter Käufer" erklärt Münzenexperte Hubert Ruß. Auch weil es immer weniger unbeschädigte Münzen gebe.

Italien gibt 5-Euro-Gedenkmünze heraus

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Auch andere Länder geben regelmäßig Gedenkmünzen heraus, hier eine italienische Fünf-Euro-Münze aus dem Jahr 2008. Bei Gedenkmünzen werden meist zwei verschiedene Prägeversionen herausgegeben: Stempelglanz und Spiegelglanz. Stempelglanz ist die reguläre Münzvariante, die man bei der Bank erhält. Eine Münze mit Spiegelglanz wird speziell für Sammler hergestellt. Davon gibt es wesentlich weniger Exemplare - aber dafür liegt der Verkaufspreis von Anfang an deutlich über dem Nennwert.

Münze Rotkäppchen

Quelle: Hans Joachim Wuthenow

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Bei der offiziellen Verkaufsstelle für Sammlermünzen der Bundesrepublik sind jedes Jahr zahlreiche neue Gedenkmünzen im Angebot. 2016 kommen auch fünf neue 20-Euro-Münzen auf den Markt. Die Rotkäppchen-Münze ist die fünfte Münze der Reihe "200 Jahre Grimms Märchen". Bis 2017 wird jedes Jahre eine neue Märchen-Münze geprägt.

Als Zahlungsmittel sind diese Gedenkmünzen nur in Deutschland zugelassen, werden im regulären Handel aber meist nicht angenommen. Bei der Bundesbank kann man sie natürlich umtauschen - aber nur zum Nennwert. Eine gute Geldanlage sind diese Münzen meistens nicht. "Es werden zu viele neue Münzen geprägt, für die es auf dem Markt einfach nicht genügend Käufer gibt" sagt Münzenexperte Hubert Ruß.

Vorstellung Münze und Sonderbriefmarke zur Deutschen Einheit

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2015 wurde anlässlich der deutschen Einheit die erste 25-Euro-Silber-Gedenkmünze auf den Markt gebracht. Insgesamt 1,5 Millionen wurden davon geprägt, davon 250 000 Exemplare mit Spiegelglanz. Bei Ebay findet sich die Münze in der billigeren Variante Stempelglanz für etwa 30 Euro - immerhin.

Muenze Regensburg

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Bei den Goldmünzen spielt auch der Materialwert eine Rolle. Weil der häufig über dem Nennwert liegt, kosten diese Sondermünzen deutlich mehr. Diese 100-Euro-Goldmünze erscheint im Herbst 2016, im Rahmen einer mehrjährigen Serie mit Abbildungen deutscher Unesco-Welterbestätten. Der offizielle Ausgabepreis beträgt etwa 625 Euro. Sollte der Goldpreis in den nächsten Jahren steigen, dürften Besitzer dieser Münze davon profitieren.

Euro-Münze zum 75-jährigen Bestehen des Vatikanstaats

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Kleinere Euro-Länder prägen weniger Münzen, deshalb sind diese häufig mehr wert. So verlangt Experte Hendrik Eichler in seinem Münzen-Online-Shop für diese Zwei-Euro-Gedenkmünze aus dem Vatikan 160 Euro. Von dieser gibt es aber auch nur rund 100 000 Exemplare, die von Anfang an mit deutlichem Aufpreis verkauft wurden. "Dass man solche Euro-Schätze in seinem Geldbeutel findet, ist sehr unwahrscheinlich", so Eichler. Solche hohen Preise erreiche eine Münze aber auch nur, wenn sie gut erhalten und niemals im Umlauf gewesen sei.

Euro-Starter-Kits

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Ein Euro-Starterkit aus Deutschland ist für Sammler nicht sonderlich interessant, auch hier gibt es schlicht zu viele Exemplare. Bei einem Nennwert von knapp über zehn Euro lässt sich ein ungeöffnetes Exemplar mittlerweile für 14-18 Euro privat verkaufen. Höher ist auch hier die Marge bei Starterkits aus kleineren Ländern wie San Marino.

Fazit: Euro-Münzen eignen sich wegen der oft hohen Auflage nur bedingt als Geldanlage. Die Lust am Sammeln sollte für Käufer im Vordergrund stehen. Doch der Markt scheint auch immer für eine Überraschung gut - wie jetzt mit der enormen Wertsteigerung der neuen Fünf-Euro-Münze.

© SZ/lter/jasch

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