Münchener Hypothekenbank:"Von Anfang an keine Chance, den Test zu bestehen"

Münchener Hypothekenbank fällt duch Stresstest

Eine Bank, die mit einem Schlag als Verlierer dastand.

(Foto: dpa)

Und dann begann ein hektischer Herbst. Grundlage für den Bankenstresstest war der Stichtag 31.12.2013. "Uns blieben eigentlich nur acht Wochen Zeit, das Kapital hereinzuholen", so Hagen. "Wir hatten von Anfang an keine Chance, den Test zu bestehen." Anders als eine Aktienbank kann ein genossenschaftliches Institut nicht einfach an den Finanzmärkten neues Geld holen. "Wir mussten unsere Anteilseigner ansprechen und um eine Kapitalerhöhung bitten. Das ist aufwendig, da wir 77 000 Mitglieder haben", erklärt Hagen.

240 Millionen Euro brauchte die Münchener Hyp. Und das bedeutet Kleinstarbeit: Ein Mitgliedsschein hat den Nennwert von 70 Euro, die Anteile, die Volks- und Raiffeisenbanken halten, sind größer. Geschafft hat es die Bank zwar - aber zu spät. Im ersten Halbjahr 2014 hatte Hagens Mannschaft 400 Millionen Euro eingesammelt, doch für den EZB-Stresstest war das irrelevant, dafür galt der Jahresabschluss 2013, in dem von diesen Millionen noch nichts vermerkt war.

Unverständnis, dass die Bilanzsumme entscheidend war

Und so stand die Bank als Verlierer da. "Bei mir hat sofort meine Großmutter angerufen und wollte wissen, ob mein Job schon sicher ist", sagt ein Mitarbeiter der Bank. "Wir mussten so viel erklären, den Kunden, den Geschäftspartnern, echt überflüssig", so der Angestellte weiter. Insgesamt hat die Bank rund 550 Mitarbeiter - andere Großbanken haben in etwa so viele Mitarbeiter abgestellt, um den Stresstest vorzubereiten. Die Münchener Hyp sieht sich da benachteiligt; dass das entscheidende Kriterium für den Stresstest die Bilanzsumme war, stößt in München auf Unverständnis.

Doch in Frankfurt bei der EZB verweist man auf die Hypo Real Estate (HRE). Auch das war eine reine Immobilienbank mit riesiger Bilanz, und sie hat in der Finanzkrise den Steuerzahler Milliarden gekostet. Ein Vergleich, der Hagen regelmäßig ärgert. Die HRE war über viele Jahre hinweg extrem riskant unterwegs, in sehr vielen verschiedenen Ländern aktiv und hat schlechte Risiken auf der Suche nach den besten Renditen in Kauf genommen. "Die Unternehmenskultur und das Geschäftsmodell der Münchener Hyp ist komplett anders", sagt Hagen. Die Renditeerwartungen der Eigentümer seien nicht so hoch wie jene einer börsennotierten HRE, zudem sei die Münchener Hyp Teil des genossenschaftlichen Sicherungssystems.

Mehr Beachtung als der Hypo Real Estate schenkt Louis Hagen ohnehin seiner Konkurrenz im genossenschaftlichen Sektor. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass die Hypothekentöchter der WGZ-Bank oder jene der DZ-Bank mit der Münchener Hypothekenbank anbandeln könnten. Eine Idee, die den Münchnern nicht recht zu gefallen scheint. Denn da stünde die Identität der Bank auf dem Spiel. Und das Logo. Denn bis heute darf die Münchener Hypothekenbank mit der Krone der Wittelsbacher werben - das Privileg wäre bei einer Fusion vermutlich das erste Opfer.

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