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MTU:Plus 750 Prozent in zehn Jahren

Dax-Aufsteiger MTU

Ein Mitarbeiter überprüft die Flugzeug-Turbine des Triebwerkherstellers in einem Werk der MTU Aero Engines.

(Foto: dpa)

Der Münchner Triebwerkshersteller steigt in den Dax auf.

Der Morgen, nachdem die gute Nachricht überbracht war, begann vielversprechend: Die Aktie von MTU Aero Engines legte gleich einmal um mehr als zwei Prozent zu und setzte damit den Aufstieg der letzten Jahre fort. Ein Aufstieg, der nun dazu geführt hat, dass der Münchner Hersteller von Flugzeugtriebwerken in den Dax aufsteigt.

MTU löst dort den kriselnden Thyssenkrupp-Konzern ab und setzte sich im Rennen um den frei werdenden Platz im Index der 30 wertvollsten deutschen Unternehmen gegen die Deutsche Wohnen durch. MTU war bislang Mitglied im MDax, der 60 mittelgroße Unternehmen umfasst. Der Wechsel wird der Deutschen Börse, dem Börsenbetreiber, zufolge am 23. September durchgeführt.

Das Münchner Unternehmen MTU ist weniger bekannt als die meisten anderen Dax-Mitglieder, hat aber in den letzten Jahren einen stetigen und schnellen Aufstieg hingelegt. Der Aktienkurs ist innerhalb des letzten Jahres um 32 Prozent und in den letzten zehn Jahren um 750 Prozent gestiegen. Die Marktkapitalisierung liegt mittlerweile bei rund 13 Milliarden Euro - damit ist MTU an der Börse fast so viel wert wie die Deutsche Bank. "Der Aufstieg ist eine weitere Bestätigung der erfolgreichen Entwicklung der MTU in den vergangenen Jahren und ein Beleg für die Attraktivität unserer Aktie", so MTU-Chef Rainer Winkler. "Wir sehen den Sprung in den Dax als Ansporn, unsere profitable Wachstumsstrategie auch in Zukunft erfolgreich weiter fortzusetzen."

MTU beschäftigt rund 10 000 Mitarbeiter und erwartet 2019 einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll auf rund 750 Millionen steigen. Das Unternehmen ist in zahlreichen internationalen Konsortien am Bau von Flugzeugmotoren beteiligt. Im Zivilgeschäft, das mittlerweile den größten Teil des MTU-Geschäfts ausmacht, kooperiert MTU mit dem amerikanischen Hersteller Pratt & Whitney und baut einen der beiden Motoren, zwischen denen die Fluggesellschaften bei der neuen Airbus A320neo-Familie wählen können.

Die Einführung des A320neo-Programms hat sich wegen verschiedener Schwierigkeiten an dem PW1100G-Triebwerk verzögert. MTU wächst dennoch weiterhin stark. In München findet nun auch ein Teil der PW1100G-Endmontage statt. Die Produktion soll 2019 um rund 30 Prozent ausgeweitet werden. Sehr wichtig ist für MTU das Ersatzteil- und Wartungsgeschäft, weitere Standorte sind geplant, bestehende sollen erweitert werden. Das Geschäft im Militärbereich war lange Zeit rückläufig. Doch die Aussicht auf das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS hat auch hier die Perspektiven für MTU deutlich verbessert.