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Mehr als 4000 Arbeitsplätze bedroht:Nokia soll Subventionen zurückzahlen

Große Hoffnungen auf eine Rückzahlung der Subventionen hegt man in der NRW-Landesregierung aber offenbar nicht: Vielmehr geht es bei den Drohgebärden wohl eher darum, - wie im Fall der Pleite des Handy-Herstellers BenQ - dem Unternehmen möglichst großzügige Sozialpläne abzuverhandeln.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) beauftragte seinen Parlamentarischen Staatssekretär Hartmut Schauerte (CDU) damit, Gespräche mit dem Nokia-Management zu führen. Schauerte sagte der Süddeutschen Zeitung, die Mitarbeiter und die Politik hätten einen Anspruch darauf zu erfahren, welche Gründe zu dem Schließungsbeschluss geführt hätten.

Keine roten Zahlen

Nokia hatte die angeblich zu hohen Produktionskosten in Deutschland für die Entscheidung verantwortlich gemacht und den Aufbau einer Produktionsstätte in Rumänien angekündigt. Schauerte zufolge schrieb das Bochumer Werk aber nicht einmal rote Zahlen.

Er will es vom Verlauf der Gespräche abhängig machen, ob die Politik einen Versuch unternimmt, die Nokia-Führung von ihrem Beschluss abzubringen. Falls dies nicht möglich sei, wolle er dafür werben, dass der Zeitplan für die Verlagerung der Arbeitsplätze gestreckt werde.

Für die Stadt Bochum ist die Schließung des Werks ein weiterer Schlag. Mitte der 90er Jahre hatte Nokia bereits seine Produktion von TV-Geräten im Ruhrgebiet aufgegeben. Auch die Opel-Mitarbeiter in Bochum mussten wiederholt um ihre Arbeitsplätze kämpfen.

Die jetzt betroffenen Mitarbeiter reagierten geschockt auf den Schließungsbeschluss, die Arbeit im Nokia-Werk kam praktisch zum Erliegen. Betriebsratschefin Gisela Achenbach sagte, eine Schicht sei gleich wieder nach Hause gegangen, die übrigen Mitarbeiter arbeiteten kaum.

"Eine Verlagerung muss möglich sein"

Spekulationen, der Umzug von Nokia nach Rumänien werde von der Europäischen Union (EU) sogar noch mit Subventionen gefördert, bestätigten sich allerdings nicht. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso räumte aber ein, dass Rumänien aus einem EU-Förderprogramm Zuschüsse für die Erschließung von Industrieparks erhalten habe.

Zugleich verwahrte er sich gegen generelle Kritik. "Wenn eine Verlagerung von Finnland nach Deutschland möglich ist, dann muss auch eine Verlagerung von Deutschland nach Rumänien möglich sein", sagte Barroso.