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Braucht man das?:Meditieren mit Virtual Reality

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(Foto: oh/Magic Horizons)

Einfach mal raus aus dem Lockdown-Alltag, sich an einem Traumstrand die Füße von Wellen umspülen lassen oder Planeten beim Kreisen zu sehen - das ist die Idee hinter Magic Horizons. Virtuelle Realität macht's möglich.

Von Helmut Martin-Jung

Angst vorm Zahnarzt, vorm Fliegen? Helfen könnte eine Idee der Münchner Firma Magic Horizons. Dahinter stehen die Brüder Giorgio und Martin Koppehele. Die beiden haben Entspannungsvideos mit beruhigender Musik entwickelt. Das Besondere daran: Sie werden abgespielt in einer Virtual-Reality-Brille und schaffen so ein besonders immersives Erlebnis.

Noch vor wenigen Jahren litt diese immer noch relativ neue Technologie an sehr klobigen Brillen und hohen technischen Anforderungen. Inzwischen hat sich das so weit verbessert, dass die Brillen funktionieren, ohne an einen Rechner angeschlossen sein zu müssen. Auch die Bedienung ist recht einfach. Nach dem Einschalten ist lediglich ein Knopf auf dem mitgelieferten Controller zu drücken, dann lassen sich die Bedienschritte mit einem virtuellen Laserstrahl sehr leicht auslösen.

Und dann heißt es ja ohnehin: zurücklehnen und entspannen. Das System ist nicht dazu gedacht, im Raum herumzulaufen, sondern man setzt sich bequem in einen Sessel. Das Angebot ist relativ breit. Von Naturszenen wie Urwald und Strand bis hin zu völlig fantastischen Welten oder Märchenerzählungen ist für viele Geschmäcker etwas dabei.

Besser als 3D

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Musik binaural produziert wurde. Das sorgt dafür, dass im Kopfhörer die räumlichen Verhältnisse gut abgebildet werden, auch wenn man den Kopf dreht. Was man natürlich schon tut, denn es gibt viel zu sehen. Da schweben riesige Planeten an einem vorbei. Oder eine Art von gläsernen Ostereiern landet auf Pflanzen, die sich aus der Erde erheben. Das ist durchaus entspannend.

Tropischer Strand - fast als wäre man da.

(Foto: Magic Horizons)

Die Brüder sind keine Neulinge auf dem Gebiet 3D. Schon vor Jahren produzierten sie aufwendig gestaltete DVDs, die ebenfalls in fantasievoll gestaltete Welten entführten. Die Virtual-Reality-Technik lässt einen aber weitaus tiefer eintauchen. Von einem Fernsehgerät kann man wegsehen, mit einer VR-Brille bleibt man immer im Geschehen. Zudem gibt es auch Erlebnisse, bei denen die Nutzer etwas tun müssen, leichte Gedächtnisübungen etwa.

Über die Musik, die auch mit verschiedenen Wellen arbeitet, die entspannend oder motivierend wirken sollen, lässt sich streiten. Etwas mehr akustische klassische Musik hätte speziell den Naturszenen gutgetan. Das System kommt in Zahnarztpraxen, Altenheimen und am Münchner Flughafen bereits zum Einsatz und wird als Abo vertrieben.

© SZ
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