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Media-Saturn:Angst und Unmut unter Mitarbeitern

Mit der Abberufungs-Klage von Kellerhals gegen Haas sei "eine neue Eskalationsstufe im Verhältnis von Gesellschaftern zu ihren Geschäftsführern erreicht", heißt es darin. Die Manager fürchten, dass die Auseinandersetzung um den Chefposten "wiederum die Handlungsfähigkeit der Geschäftsführung als auch die Strategieumsetzung der Media-Saturn gefährden wird". Die Geschäftsführung wolle "zumindest vorerst in der jetzigen Zusammensetzung arbeiten". Zugleich appelliert der SZ zufolge das Management, keine weiteren öffentlichen Personaldebatten zu führen. Weder Kellerhals noch Metro wollten den Brief kommentieren.

Das Management fürchtet die Fortsetzung des dreijährigen Eigentümerstreits. Auch unter Mitarbeitern wachsen Angst und Unmut. Während Horst Norberg als Media-Saturn-Chef einen Mittelweg zwischen den zerstrittenen Gesellschaftern suchte und sich öffentlich zurückhielt, äußerte Nachfolger Pieter Haas zuletzt offen Kritik an Erich Kellerhals. Dieser entfache "unnötige Störfeuer", und für ihn stünde "ganz offenkundig" nicht die Firma im Vordergrund, sagte er in mehreren Interviews.

Vor allem aber beklagt Haas, dass durch die Auseinandersetzungen "ein völlig falsches Bild" von Media-Saturn entstanden sei. Niemand nehme wahr, dass das Unternehmen große Fortschritte auf dem Weg vom stationären Handelsverbund hin zum Multi-Channel-Anbieter mache, der stationäres und Onlinegeschäft verzahnt. Man sei nach wie vor die Nummer eins in Europa und setze anderthalb Milliarden Euro alleine im Online-Geschäft um, rechnet Haas gerne vor. Andere Firmen würden angesichts dessen bejubelt, bei Media-Saturn nehme es niemand mehr wahr. Solche Töne kommen in der Belegschaft an. Allerdings weniger bei Erich Kellerhals.

© SZ vom 04.07.2014/fie/hai
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