Leoni Kurssturz

Der Autozulieferer meldet Probleme und zieht seine Ertragsprognose überraschend zurück. Die Anleger an der Börse fanden das gar nicht schön. Die Aktie des Unternehmens stürzte um mehr als 30 Prozent ab.

Der Kabelhersteller und Autozulieferer Leoni ist für seine Gewinnwarnung am Dienstag an der Börse heftig abgestraft worden. Die Aktien verloren mehr als 30 Prozent an Wert - soviel wie nie zuvor. Die Franken hatten am Vorabend ihre Prognosen für das laufende und das kommende Jahr gekippt. "Die Gewinnwarnung kommt überraschend, nachdem das Unternehmen vor rund drei Wochen noch den Ausblick für 2015 als auch 2016 bestätigt hat", urteilte DZ-Bank-Experte Michael Punzet. Der Kurssturz bei Leoni löste ein Welle aus: Anleger verkauften auch Titel anderer Autozulieferer wie etwa Continental, Schaeffler, Elring-Klinger, Hella oder Grammer.

Leoni begründete die Prognosekürzung mit Schwierigkeiten im Geschäft mit Bordnetzen. So müsse das Unternehmen einerseits neue Projekte wegen der starken Nachfrage der Autohersteller schneller hochfahren als geplant, wovon insbesondere die Werke in Rumänien und Serbien betroffen seien. Andererseits erfasst die schwache Autonachfrage in China nun auch den Zulieferer. Rentable Projekte dort seien früher weggefallen als erwartet, erklärte ein Firmensprecher. Er räumte auch strukturelle Defizite ein: "Wir haben leider noch nicht die Effizienz, wie wir sie haben müssen." Daher seien 2015 beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) die angepeilten 200 Millionen Euro nicht zu erreichen, teilte Leoni mit. Der Umsatz werde aber wie erwartet bei 4,3 Milliarden Euro liegen. Im kommenden Jahr würden die Erlöse auf nur rund 4,6 statt der geplanten 4,8 Milliarden Euro steigen. Die anvisierte operative Marge von sieben Prozent werde deutlich unterschritten.

Erst Mitte September hatte Leoni seine Ziele für 2016 wegen des Verkaufs der Hälfte an seinem chinesischen Bordnetz-Werk gesenkt. Das Unternehmen kündigte nun an, auf die immer komplexer werdende Steuerung globaler Projekte zu reagieren. Es werde derzeit ein Maßnahmenbündel geschnürt. Details dazu wollen die Nürnberger am 10. November mit der Vorlage ihres Quartalsberichts nennen.