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Las Vegas:Kampf der Milliardäre

The World's gambling capital celebrates its 100th anniversary in Las Vegas, United States on October 04th, 2004.

Die Wüstenspielstadt Las Vegas wie sie lebt und leuchtet.

(Foto: David Lefranc/Getty Images)

Zwei Superreiche bekriegen sich wegen der Energieversorgung der Casinostadt: der Investor Warren Buffett und der Casino-Besitzer Sheldon Adelson. Natürlich geht es dabei vor allem um Geld.

Las Vegas ist berühmt für seine vielen bunten Lichter, die meterhohen Leuchtreklamen und, natürlich, die Casinos und Spielautomaten. All das braucht Strom, sehr viel Strom, und bisher kommt der fast ausschließlich von der Firma NV Energy. Sie hält ein staatlich kontrolliertes Monopol für die Energieversorgung in einem Großteil des Bundesstaates Nevada, in dem Las Vegas liegt. Das ist ein gutes Geschäft, was wiederum die Besitzer von NV Energy freut: die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway und ihren Vorsitzenden Warren Buffett, aktuell auf Platz 3 auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Ausgerechnet ein weiterer Milliardär stört sich nun an dem Monopol von NV Energy: Sheldon Adelson, Platz 21 der Forbes-Liste und Besitzer der Las Vegas Sands Gruppe. Ihr gehören einige der größten Casinohotels in Las Vegas, unter anderem auch das "Venetian", mit über 4000 Suiten, 18 Restaurants, venezianischen Kanälen und Nachbauten des Markusplatz, auch nachts hell erleuchtet, mit Tausenden von Lichtern. Man könnte sagen: Adelson ist Buffetts bester Kunde.

Es ist darum wahrscheinlich auch kein Zufall, dass Adelson nun eine Initiative unterstützt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Monopol zu brechen und den Bewohnern Nevadas eine Wahlmöglichkeit bei ihrer Energieversorgung zu erlauben. Adelson könnte dann am Ende selbst an dem lukrativen Markt mitverdienen, mit eigenen Stromversorgern. 20 Millionen Dollar haben er und Las Vegas Sands schon in die Kampagne für ein "Ja" bei der Abstimmung gepumpt. Demgegenüber stehen fast 62 Millionen Dollar, die NV Energy und Warren Buffett in den Kampf für ein "Nein" investiert haben.

Beide Seiten versprechen den Stromkunden nahezu die gleichen Vorteile, unter anderem niedrigere Preise und mehr erneuerbare Energiequellen. Umfragen aber zeigen, dass mehr als die Hälfte der Wähler am 6. November vermutlich mit "Nein" stimmen wird - und damit gegen eine Abschaffung des staatlich regulierten Monopols. In seinen Fernsehspots gegen Adelsons Kampagne hatte NV Energy Ängste geschürt, dass eine Änderung bei der Energieversorgung am Ende zu Stromausfällen führen könnte. In Las Vegas würden dann die Lichter ausgehen - ein Risiko, das viele Wähler offenbar nicht eingehen wollen.