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Konjunktur:Ökonomen sehen Rezession

Der Konjunkturausblick der deutschen Volkswirtschaft bleibt schlecht. Das Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erwartet, dass die Wirtschaft auch zwischen Juli und Oktober schrumpfen wird. Es sei mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 Prozent zu rechnen, nach minus 0,1 Prozent im Vierteljahr davor, resümieren die Kieler Forscher. Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession". Aktuell handele es sich aber nur um eine sehr milde Wirtschaftsschwäche. Unter dem Strich trauen die Ökonomen der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone 2019 nur ein Wachstum von 0,4 Prozent zu nach 1,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Auch das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) warnt vor dunklen Wolken am Horizont. Das Rezessionsrisiko für den Zeitraum von September bis Ende November sei auf 60 Prozent gestiegen - im August waren es erst 43 Prozent. "Die bisherige Hoffnung, dass die gute Inlandsnachfrage Deutschland vor der Rezession retten kann, schwindet zunehmend", urteilt IMK-Direktor Sebastian Dullien.

Entscheidend für die Eintrübung sind demnach die US-Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und ein möglicher harter Brexit. Dazu kommen strukturelle Schwächen von Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie, die sich in verzögerter Einführung neuer Modelle sowie der Unsicherheit über künftige Antriebstechnologien zeigten.

Ökonom Dullien fordert die Bundesregierung auf, gegen die Rezession zu steuern oder zumindest ihre Effekte abzumildern. Zudem "erhöht sich der Druck auf die Europäische Zentralbank, die Geldpolitik weiter zu lockern".