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Irreführende Werbung:Nutella erstattet Amerikanern vier Dollar je Glas

Vielleicht ist die Creme lecker, aber gesund ist die Zucker-Schoko-Mischung nicht. Dass die Nutella-Werbung das nicht ganz so deutlich sagt, kommt den Hersteller Ferrero jetzt teuer. In den USA klagte eine Mutter, die geschockt war, dass Nutella kaum besser sei als Süßigkeiten. Ferrero muss nun allen Nutella-Käufern Geld zurückgeben.

Jahrelang haben in Deutschland wechselnde Fußball-Nationalspieler dem süßen Brotaufstrich ein sportlich-gesundes Image gegeben. Für sie wie für die meisten Menschen dürfte die Überraschung nicht allzu groß ausfallen: Nutella ist offenbar weniger gesund, als es die Werbung verspricht.

Nutella

Nutella-Gläser in einem Regal in einem Supermarkt in Hamburg: Eine Mutter hat mit einer Klage gegen den Hersteller von Nutella wegen irreführender Werbung in den USA einen millionenschweren Erfolg erzielt.

(Foto: dpa)

Mindestens eine Kundin allerdings war durch diese Erkenntnis "schockiert" und "entsetzt". Deswegen ist die in Kalifornien lebende Mutter eines Kindes gegen den US-Ableger des Nutella-Herstellers Ferrero vor Gericht gegangen. Als Reaktion auf die Sammelklage hat der Konzern nun drei Millionen Dollar für eine außergerichtliche Einigung zurückgestellt.

Athena Hohenberg hatte vor mehr als einem Jahr geklagt, weil Ferrero den Brotaufstrich als "Beispiel für ein ausgewogenes und schmackhaftes Frühstück" sowie als "gesünder" darstelle, als er tatsächlich sei. Sie sei erschrocken gewesen zu erfahren, dass Nutella kaum besser sei als Süßigkeiten. Noch dazu habe es einen "gefährlich" hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, hieß es in der Klageschrift.

Die drei Millionen Dollar stehen jedoch nicht Hohenberg allein zu. Vielmehr sollen davon vier Dollar für jedes Nutella-Glas zurückgezahlt werden, das seit August 2009 in Kalifornien oder anderswo in den USA seit Januar 2008 gekauft wurde, wie es auf einer eigens eingerichteten Webseite heißt (hier die PDF-Datei des Vergleichs). Auf Reichtümer dürfen aber auch Nutella-Stammkunden nicht hoffen: Höchstens 20 Dollar kann jeder erhalten. Und sollten die drei Millionen nicht für alle Antragsteller reichen, soll die Entschädigung je Glas sinken.

Mehr als der finanzielle Schaden dürfte den italienischen Konzern ohnehin der Imageverlust schmerzen. Ferrero USA versicherte, "bestimmte Marketing-Äußerungen zu Nutella zu ändern". In Deutschland haben die Nutella-Werber den Schwenk weg von Sportlichkeit und Gesundheit schon vollzogen: Nach acht Jahren haben sie die Zusammenarbeit mit den Fußballspielern beendet.

© SZ vom 31.12.2012/bbr
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