Irland Notenbank erwägt Berufsverbot für Pleitebank-Manager

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Sprüche von Bankern

Wahrheiten aus dem Kartenhaus

Zynisch, verlogen, verantwortungslos: Wenn Banker unter sich sind, reden sie Tacheles. So wie die Mitarbeiter der Anglo Irish Bank, die Deutschland und die EU-Hilfen verhöhnten. Fünf Beispiele, bei denen Banker dachten, sie seien unter sich.

Inwieweit haben Banker der später gescheiterten Anglo Irish Bank im Herbst 2008 die tatsächliche Situation des Instituts verschleiert? Nach dem Bekanntwerden höhnischer Kommentare von Spitzenbankern soll die Notenbank nun jedenfalls über Berufsverbote nachdenken.

Die Veröffentlichung von Telefonaten, die Manager der gescheiterten Anglo Irish Bank während der Finanzkrise führten, zieht immer größere Kreise: Irlands Notenbank erwägt nun die Verhängung von Berufsverboten. Auch Geldstrafen zählten zu den möglichen Sanktionen, sagte Notenbankgouverneur Patrick Honohan der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Die in dieser Woche veröffentlichten Aufnahmen vom Herbst 2008 deuteten darauf hin, dass die Bankmanager damals gegenüber der Notenbank das wahre Ausmaß der Finanznot ihres Konzerns bewusst heruntergespielt hätten, sagte Honohan der Zeitung.

"Deshalb habe ich dafür wirklich nur Verachtung"

Dadurch habe ein Rettungskredit der Zentralbank nicht gefährdet werden sollen. "Da ist eine neue Dimension", zitierte ihn die FAZ. Die Notenbank habe die Tonaufnahmen bisher nicht gekannt. Sie würden nun genau geprüft. "Stil, Einstellung und Kultur, die sich in diesen Telefonaten widerspiegeln, sind zutiefst abstoßend", sagte der Zentralbankchef der Zeitung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe dies "sehr klar auf den Punkt gebracht und ich kann dem nur zustimmen".

Merkel hatte sich am Rande des EU-Gipfels in Brüssel über die Banker empört. Die Tonalität der Gespräche scheine ihr bankübergreifend gleich zu sein, sagte sie. "Sie ist für Menschen, die ganz normal jeden Tag zur Arbeit gehen, die ihr Geld verdienen, einfach nur ganz, ganz schwer zu verkraften, um nicht zu sagen gar nicht zu verkraften", fügte sie hinzu. "Deshalb habe ich dafür wirklich nur Verachtung."

Ihr irischer Kollege Enda Kenny nannte die Aufzeichnungen einen "Donnerschlag". Sie belegten "die Arroganz und Frechheit" hoher Banker gegenüber der Regierung und den Bürgern. Die "Gemeinheit" der Branche erscheine in grellem Licht, und die Affäre "hat unser Ansehen beschädigt".

Die Anglo Irish Bank musste zunächst mit sieben Milliarden Euro Steuergeldern vor der Pleite gerettet werden, brauchte aber schließlich mehr als 30 Milliarden Euro und wurde 2009 verstaatlicht.

Im Folgejahr schrieb die Bank rote Zahlen in Höhe von 17,65 Milliarden Euro - der größte Verlust eines Unternehmens in der irischen Geschichte. Die massiven Probleme seiner maroden Banken zwangen Irland 2010 Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds zu beantragen und eine Reihe von harten Sparmaßnahmen umzusetzen.