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Internet-Abzocke:Verbraucherschützer warnen vor Thermomix-Schwindel

Vorwerk - Produktion Thermomix

Die Beliebtheit des Küchengeräts wollen sich offenbar Schwindler zunutzem machen.

(Foto: dpa)

Im Internet taucht die Küchenmaschine für 699 statt für 1109 Euro auf - dahinter steckt jedoch nicht der Hersteller Vorwerk.

Nur 699 statt 1109 Euro für einen neuen Thermomix - wer das Küchengerät der Marke Vorwerk kennt, der weiß: Das ist ein Schnäppchen. In mehreren Online-Shops wird das Gerät momentan zu diesem Preis angeboten. Dabei dürfte es sich jedoch um einen Schwindel handeln.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor solchen Thermomix-Angeboten. Ein Online-Shop etwa bietet das aktuelle Modell, den Thermomix TM5, mit Kochbuch für 699 Euro an - das Küchengerät soll außerdem binnen zwei Tagen beim Kunden eintreffen. Kenner des Küchengeräts wittern bei diesem Angebot mehrere Haken:

  • Den Thermomix gibt es ausschließlich im Direktbezug von Vorwerk. Das Gerät wird auf Kundenpartys vertrieben, ähnlich dem Tupperware-Prinzip. Auf diesen Partys nimmt ein Vorwerk-Vertreter die Bestellung auf. Auf der Internetseite des Herstellers heißt es zudem ausdrücklich: "Bitte beachten Sie, dass Sie den Thermomix nicht online kaufen können."
  • Der Thermomix TM5 kostet 1109 Euro. Vorwerk lässt sich bei seinem "Alleskönner in der Küche" auf keinen Nachlass ein. Lediglich über eine Thermomix-Party mit drei Neukunden kann der Gastgeber sich 50 Euro nachträglich gutschreiben lassen.
  • Bei einer Thermomix-Bestellung muss der Kunde mit einer Lieferzeit von acht Wochen rechnen. Vorwerk begründet dies mit der großen Nachfrage, die über den eigenen Erwartungen liege.

Diese hohe Nachfrage sei auch der Hauptgrund, warum ein Produkt wie der Thermomix prädestiniert für derartige Betrugsfälle sei, glaubt Verbraucherschützer Georg Tryba: "Er ist teuer, heiß begehrt und die meisten wollen für ihn nicht erst auf eine Verkaufs-Party gehen müssen."

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Insbesondere warnt er vor dem Zahlungsweg, den solche Online-Shops vorschreiben: Die Kunden können ausschließlich per Vorkasse zahlen. "Das Geld zurückzuholen, falls das Produkt beispielsweise nicht geliefert wird, ist im Gegensatz zu einem Kauf auf Rechnung oder per Lastschrift unmöglich", sagt Tryba. Zudem gebe es weder eine Telefonnummer für Rückfragen, noch würden E-Mails von Interessenten beantwortet.

Der Hersteller Vorwerk bekräftigte nach den Warnungen der Verbraucherschützer, dass er nicht von seinem Vertriebsmodell abgerückt sei und ein Direktbezug von anderen gewerblichen Anbietern auch in Zukunft ausgeschlossen sei. Er kündigte zudem an, eine rechtliche Prüfung gegen den Online-Shop anstoßen zu wollen. Ursprünglich hatte die Verbraucherzentrale mehrere fragwürdige Internetshops gefunden, so Tryba. Die meisten seien aber mittlerweile wieder aus dem Internet verschwunden.

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Anmerkung: Aus redaktionellen Gründen wurden Passagen dieses Textes gekürzt.