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Insolvenz:Verbraucherzentrale Bremen in Finanznot

Der gemeinnützige Verein hat nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet. Offenbar ist es bei der betrieblichen Altersvorsorge in den Arbeitsverträgen für die Mitarbeiter zu Fehlern gekommen.

Die Verbraucherzentrale Bremen steckt in Geldnot. Der gemeinnützige Verein hat nach eigenen Angaben Insolvenz angemeldet, führt aber die Geschäfte selbst uneingeschränkt weiter. Nach Angaben der Verbraucherzentrale (VZ) handelt es sich um eine Insolvenz in Eigenverwaltung, das soll die eigene Sanierung mit Hilfe eines Insolvenzberaters und eines Insolvenzplans erleichtern. Ziel sei dabei laut einer Mitteilung der VZ, "in erheblichem Umfang drohende sozialversicherungsrechtliche Ansprüche der Altersversorgung abzuwenden". Es gehe um "nicht ausreichend versicherte Verpflichtungen, die sich auf die Beschäftigungsverhältnisse auswirken". Was genau dahinter steckt, teilte die Verbraucherzentrale zunächst nicht mit, ein Fragenkatalog der SZ blieb am Donnerstag bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Offenbar ist es aber bei der betrieblichen Altersvorsorge in den Arbeitsverträgen für die Mitarbeiter zu Fehlern gekommen. Die Beschäftigten sollen mehr Ansprüche erworben haben, "als ihnen - im Falle einer richtigen Eingruppierung - zugestanden hätte", berichtete der Weser-Kurier. Demnach dürfte der Verein zu wenig Geld für die Betriebsrente seiner Mitarbeiter zurückgelegt haben. "Es geht um eine drohende Zahlungsunfähigkeit", sagte Tim Voss, Vorsitzender des Verwaltungsrats, der Bremer Zeitung. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten werden in der Verbraucherzentrale weiter Bürger beraten. Auch die Zahlung der Gehälter der 32 Mitarbeiter sei sichergestellt, hieß es. Entlassungen sollen ebenfalls nicht geplant sein. Im Jahr 2017 hatte die VZ Bremen mehr als zwei Millionen Euro eingenommen. 90 Prozent der Mittel kommen aus verschiedenen Fördertöpfen, vor allem von Bund und Ländern. Die eigenen Einnahmen belaufen sich auf zehn Prozent. 2017 hatte die Verbraucherzentrale mehr als 19 000 Mal Bürger beraten.