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Ikea:Billy ist in Indien angekommen

Der Möbelkonzern Ikea hat seinen ersten Markt in Indien eröffnet. Es wird Klassiker wie das Billy-Regal geben, aber auch Matratzen aus Kokosfasern. Und die Köttbullar-Bällchen haben eine andere Rezeptur.

Schwedische und indische Fähnchen, Bilder vom Taj Mahal und Köttbullar aus Hähnchenfleisch: Der Möbelkonzern Ikea hat seinen ersten Markt in Indien eröffnet. Hunderte Menschen strömten am Donnerstag in das neue Einrichtungshaus in der südindischen Stadt Hyderabad. Begrüßt wurden sie von Ikea-Mitarbeitern in den gelb-blauen Polo-Hemden. Eine Kapelle spielte Militärmusik. Das Ziel sei "Qualität zu erschwinglichen Preisen" anzubieten, sagte Ikea-Chef Jasper Brodin zur Eröffnung. Und betonte, dass man auf kulturelle Besonderheiten Rücksicht nehmen werde, angefangen beim Sortiment: Es wird zwar Klassiker wie das Billy-Regal geben, aber auch Matratzen aus Kokosfasern und ein großes Sortiment an Frittierpfannen. Außerdem sollen tausend Produkte für weniger als 200 Rupien (umgerechnet etwa 2,50 Euro) verfügbar sein.

Brodin gestand ein, dass es für viele zur Mittelklasse zählende Inder ungewohnt sei, sich ihr Mobiliar selbst auszusuchen und zusammenzuschrauben. Üblich ist in dem Land mit seinen niedrigen Arbeitskosten vielmehr, dass Mitarbeiter kleinerer Familienbetriebe Kunden zu Hause aufsuchen und passende Möbel dorthin liefern. Deshalb kooperiert Ikea mit einer Online-Plattform namens Urban-Clap, die Handwerker vermittelt - und will Möbel auch ausliefern, unter anderem mit selbstgebauten Elektrotransportern. Zudem werden in dem mit 1000 Sitzplätzen weltweit größten Ikea-Restaurant in Hyderabad die Köttbullar-Bällchen mit Hühnerfleisch angeboten - und nicht mit dem europäischen Hack. Bislang behelfen sich Ikea-Fans in Asien aber auch Afrika mangels Filialen vor Ort oft mit Lieferungen aus Dubai. Bis zum Jahr 2025 sind in Indien 24 weitere Filialen geplant, die nächste in Mumbai. Experten sehen die Expansionspläne jedoch skeptisch. Der indische Markt sei "extrem vielfältig" und der Kundengeschmack unterschiedlich, sagt etwa Satish Meena vom Marktforscher Forrester Research.

© SZ vom 10.08.2018 / AFP

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