Ifo-Geschäftsklimaindex erneut gesunken Herbststimmung in der deutschen Wirtschaft

Langsam aber stetig verschlechtert sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt zum vierten Mal in Folge. Dennoch: Bislang verlieren die Manager den Mut nicht völlig.

Die Stimmung wird schlechter, für eine veritable Herbstdepression geht es der deutschen Wirtschaft aber doch noch zu gut. Die Schuldenkrise in Europa und die nachlassende Weltkonjunktur haben die Stimmung der deutschen Firmenchefs im Oktober den vierten Monat in Folge gedrückt.

Stahlarbeiter in Duisburg: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober zum vierten Mal in Folge verschlechtert.

(Foto: dpa)

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel gegenüber dem Vormonat von 107,4 auf 106,4 Punkte, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 106,3 Zähler erwartet. Für das wichtigste deutsche Wirtschaftsbarometer befragt das Institut monatlich 7000 Manager in Deutschland nach der derzeitigen Lage ihrer Geschäfte und nach ihren Erwartungen. Aus diesen beiden Umfragewerten wird der Wert des allgemeinen Geschäftsklimas gebildet.

Der Rückgang von einem Punkt fällt etwas geringer aus als im vergangenen Monat. Einen dramatischen Stimmungsrückgang haben die Chefs schon hinter sich: Von Juli auf August war der Wert um mehr als vier Punkte gefallen.

"Angesichts der internationalen Turbulenzen schlägt sich die deutsche Wirtschaft damit vergleichsweise gut", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Befragten schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die aktuelle Lage schlechter ein.

Auch sonst sind die Gefühle der Befragten der Jahreszeit entsprechend eher herbstlich: Das Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel wie erwartet um 0,9 auf 97 Punkte. Der Lage-Index sank von 117,9 auf 116,7 Zähler, Analysten hatten hier 116,8 Punkte vorausgesagt.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung am Jahresende stagniert. Eine Rezession befürchtet sie aber nicht. Für 2012 sagt sie ein Wachstum von 1,0 Prozent voraus, für 2011 noch immerhin 2,9 Prozent.