Hypothekenstreit nach Finanzkrise JP Morgan muss 4,5 Milliarden Dollar zahlen

Die Geschäfte vor der Finanzkrise in den USA belasten JP Morgan noch immer. 4,5 Milliarden Dollar muss die Bank jetzt an Investoren zahlen, weil sie ihnen Ramschpapiere verkaufte. Darunter waren auch deutsche Banken.

Im Streit wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte hat sich die US-Großbank JP Morgan Chase mit ihren Investoren auf die Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar (etwa 3,3 Milliarden Euro) geeinigt. Unter den Investoren sind auch deutsche Banken. Die Einigung bedarf noch einer gerichtlichen Zustimmung und der Zustimmung zahlreicher Treuhänder.

In dem Streit geht es um die Ausgabe von hypothekengesicherten Wertpapieren. Die Investoren hatte die umstrittenen Papiere während der Finanzkrise zwischen 2005 und 2008 gekauft. JP Morgan und ihre angeschlagene Investmentbanktochter Bear Stearns hatten die Wertpapiere ausgegeben, die nach dem Platzen der US-Immobilienblase im Jahr 2007 weitgehend wertlos wurden. Die Investoren verlangten Schadensersatz.

Einstige Vorzeigebank

Erst Ende Oktober hatte JP Morgan wegen des Verkaufs hochriskanter Hypothekenkredite im Vorfeld der US-Immobilienkrise des Jahres 2008 in einen Vergleich über insgesamt 5,1 Milliarden Dollar eingewilligt. Mit vier Milliarden Dollar davon soll der Aufsichtsbehörde FHFA zufolge der Vorwurf aus der Welt geschafft werden, das Institut habe den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac bis 2007 wissentlich Ramschpapiere im Umfang von 33,8 Milliarden Dollar verkauft.

Mit beiden Vergleichen wird jedoch nur ein Teil der Rechtsstreitigkeiten beigelegt, mit denen sich JP Morgan konfrontiert sieht. Mit dem US-Justizministerium verhandelte die Bank laut Medienberichten zuletzt über ein Vergleichspaket im Umfang von 13 Milliarden Dollar zur Einstellung von Verfahren.

JP Morgan galt lange als Vorzeigebank, weil sie die US-Hypothekenkrise am besten überstand, doch geriet auch sie wegen unseriöser Geschäfte in die Kritik. Sie hatte früher bereits Milliarden zur Beilegung mehrerer Rechtsstreitigkeiten wegen ihrer Verkaufspolitik bei gefährlichen Finanzpapieren gezahlt. Ende Oktober musste die Bank ihren ersten Quartalsverlust seit fast zehn Jahren bekanntgeben. Allein für Prozesskosten gab das Geldhaus 9,15 Milliarden Dollar aus.