Handelsstreit Trump stiftet Verwirrung

Der US-Präsident droht der Autoindustrie erneut mit Zöllen - oder doch nicht?

Im schwelenden Handelsstreit mit der EU hält US-Präsident Donald Trump seine Drohkulisse mit "Zöllen von 25 Prozent" auf Autoimporte aufrecht. Entsprechendes erklärte er in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox. Seine teils widersprüchlichen Äußerungen sorgen allerdings für Verwirrung an den Märkten. Einerseits sprach er davon, dass die europäischen Autobauer mit dem Bau von Fabriken in den USA um Zölle herumkommen könnten; ja, er sei insgesamt zum Verzicht auf Zölle auf europäische Produkte bereit - "aber bei Autos würde ich das nicht tun", fügte er andererseits hinzu. Die deutsche Autoindustrie antichambriert seit Monaten, um Zölle abzuwenden. Erst im Dezember trafen Vorstände von BMW, Daimler und VW mit Trump zusammen und versuchten ihm deutlich zu machen, dass sie bereits etliche Werke in den USA aufgebaut haben, in denen Zehntausende arbeiten. Das US-Handelsministerium hatte im Februar einen Prüfbericht über die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Auto-Importe an Trump übergeben. Bis zum Mai muss er entscheiden, ob er auf dieser Grundlage Zölle verhängt.