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Glyphosat:Europas Sozialdemokraten haben Angst vor einer Glyphosat-Entscheidung

Ist das Pestizid eine Gefahr für die Gesundheit? Möglich. Aber den Sozialdemokraten ging es am Ende nicht darum, sondern um die Wählerstimmen.

Es ist schon erstaunlich, was so ein Pflanzengift alles anrichten kann. Seit Jahrzehnten bewirkt Glyphosat, dass auf Äckern kein Unkraut mehr wächst. Unbestritten ist auch, dass es die Artenvielfalt bedroht. Doch das allein wäre für die meisten EU-Staaten kein Grund gewesen, das Pestizid zu verbieten. Es gibt allerdings eine Unwägbarkeit, von der niemand weiß, ob sie stimmt: Glyphosat soll krebserregend sein. Allein dieser Verdacht führte zu einem Bürgerprotest, dem sich die Politik nun gebeugt hat.

Jetzt kann man natürlich sagen: Gut so, denn in Europa herrscht ja bekanntlich das Vorsorgeprinzip. Anders als in den USA, wo Produkte zum Schutz der menschlichen Gesundheit nur verboten werden, wenn die von ihnen ausgehende Gefahr wissenschaftlich belegt ist. In der EU gilt: Solange Zweifel bestehen, kommt so etwas besser nicht auf den Markt. Das ist auch richtig, denn wenn man nicht weiß, was man davon halten soll, sollte man sich eben enthalten.

Genau das hat die in der Glyphosat-Frage gespaltene Bundesregierung im Brüsseler Ausschuss getan. Doch am Ende ging es nicht um Zweifel an der Gesundheitsgefährdung. Wäre es danach gegangen, hätte die SPD lange Zeit gehabt, Bedenken zu äußern. Nein, am Ende herrschte bei der SPD wie bei Frankreichs und Italiens sozialdemokratischen Regierungen die Angst, eine Entscheidung zu treffen, die Wählerstimmen kostet.

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