Genmanipulation:Verkaufsförderung à la Monsanto

Es finden sich kaum noch Felder, auf denen die Pflanzen nicht genmanipuliert sind - sei es um Wachstum zu fördern, oder Unkraut zu tilgen.

Von Kathrin Werner

Maisfelder so weit das Auge reicht. Die USA, hier ein Acker im Bundesstaat Illinois, sind der größte Maisproduzent der Welt. 89 Prozent der amerikanischen Futtermaiskörner sind genmanipuliert. Auch bei Sojabohnen ist es kaum noch möglich, eine Bohne auf den Feldern zu finden, die nicht von Konzernen wie Monsanto gegen Insekten und Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat resistent gemacht wurde. Allerdings entwickelt sich auch das Unkraut weiter - und ist nun zum Teil selbst resistent gegen die Chemie. Monsanto entwickelt deshalb immer neue Gentechnik und immer neue Pflanzenschutzmittel. Ein Hoffnungsträger für das US-Unternehmen, das sich gerade vom deutschen Chemiekonzern Bayer übernehmen lässt, heißt Dicamba. Allerdings sträuben sich die Bauern noch, die von Monsanto gentechnisch veränderte Sojabohnen-Art XtendiMax mit der Dicamba-Chemikalie VaporGrip einzusetzen. Die US-Umweltbehörde EPA schreibt nach einer Reihe von Problemen inzwischen eine Dicamba-Sonderausbildung für Landwirte vor. Die Gebrauchsanleitung ist 4550 Wörter lang. Nun hat sich Monsanto eine Werbeaktion ausgedacht, um die zögerlichen Bauern von Dicamba zu überzeugen: Der Agrarkonzern gibt den Käufern der Sojabohnen-Art samt dem passenden Herbizid mehr als die Hälfte des Preises zurück.

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