Einkommen So groß sind die Verdienstunterschiede in Deutschland

Audi-Mitarbeiterin im Werk Ingolstadt.

(Foto: dpa)
  • Die Gehaltsunterschiede in Deutschland sind weiterhin erheblich. Vor allem zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es große Unterschiede.
  • Am besten verdienen die Menschen in Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen, am wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen.
  • In Ingolstadt liegt das Brutto-Durchschnittsgehalt bei 4635 Euro - das ist der insgesamt höchste Wert.

Die Gehälter in Deutschland gehen regional weiterhin stark auseinander und sind im Osten deutlich niedriger als in Westdeutschland. Das geht aus einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit für die Linke-Bundestagsfraktion hervor. Die niedrigsten Brutto-Verdienste gab es zum Jahresende 2017 im sächsischen Landkreis Görlitz. Hier erhielten Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 2183 Euro im Monat. Am besten verdient wird in Ingolstadt in Bayern, wo das Durchschnittsgehalt bei 4635 Euro lag.

Wie unterschiedlich die Verdienste sind, kann von vielen Faktoren abhängen - zum Beispiel, ob es in einer Stadt Unternehmen mit gut bezahlten Jobs gibt. So dürfte das hohe Gehaltsniveau in Ingolstadt auch mit dem dort ansässigen Autohersteller Audi zusammen hängen. Über die Kaufkraft sagt die Verdiensthöhe allerdings noch nichts aus. Diese hängt von den Lebenshaltungskosten etwa für Miete oder Lebensmittel ab, die in Regionen mit guten Gehältern oftmals höher sind.

Bezogen auf die Bundesländer liegt Hamburg bei den Durchschnittsverdiensten vorne. Dort verdienten die Menschen der Arbeitsagentur zufolge 3619 Euro im Monat. Es folgen mit geringem Abstand Baden-Württemberg und Hessen. Schlusslicht der Länder ist Mecklenburg-Vorpommern mit 2391 Euro, knapp davor liegen Thüringen (2459 Euro) und Sachsen (2479 Euro).

Vollzeitbeschäftigte im Westen verdienen im Schnitt 3339 Euro

Der bundesweite Durchschnittsverdienst lag zum Stichtag 31. Dezember 2017 bei 3209 Euro und damit etwas höher als im Vorjahr (3133 Euro). Dabei verdienten Vollzeitbeschäftigte im Westen mit nun 3339 Euro im Schnitt weiter spürbar besser als im Osten mit 2600 Euro. In der Statisik der Arbeitsagentur werden auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Zulagen und Zuschläge einbezogen. Zugeordnet werden Arbeitnehmer nach dem Arbeitsort.

Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann nannte es "beschämend", dass die Menschen in Ostdeutschland flächendeckend weniger verdienen. Abgehängte Regionen gäbe es allerdings auch im Westen. "Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit ihrem erklärten Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben." Die Linkspartei plädiert dafür, Tarifverträge und Tarifbindung zu stärken und den Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde zu erhöhen. Derzeit liegt er bei 8,84 Euro und soll im kommenden Jahr auf 9,19 Euro steigen.

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