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Flugzeughersteller:Boeing darf mit Testflügen für 737 Max beginnen

FILE PHOTO: Boeing 737 Max aircraft are parked in a parking lot at Boeing Field in this aerial photo over Seattle

Geparkte Boeing 737 Max in Seattle, USA

(Foto: Lindsey Wasson/Reuters)

Für den Flugzeugbauer ist das eine von mehreren Hürden, die genommen werden müssen, um das über ein Jahr andauernden Startverbot für diese Maschinen zu beenden. Der Typ wurde nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten im März 2019 aus dem Verkehr gezogen.

Nach dem mehr als einjährigen Startverbot für den Mittelstreckenjet Boeing 737 Max kann der Flugzeugbauer Testflüge starten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA gab am Sonntag grünes Licht für den Start entsprechender Flüge mit Testpiloten. Bis zu einer Wiederzulassung des Modells für den Flugverkehr sind aber weitere Hürden zu nehmen. Boeing-Kunden wurde laut der Nachrichtenagentur Bloomberg der September als frühester Zeitpunkt für eine Wiederinbetriebnahme des Modells genannt. Die Boeing 737 Max ist die auf weniger Spritverbrauch getrimmte Neuauflage des seit den 1960er Jahren gebauten Mittelstreckenjets 737.

Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Aufsichtsbehörden in aller Welt im März 2019 ein Startverbot für die 737 Max verhängt. Zudem darf Boeing neue Maschinen der Reihe seitdem nicht ausliefern. Im Zentrum der Krise steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Geforderte Verbesserungen am Steuerungssystem zogen sich hin.

Boeing wird verdächtigt, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern weist dies zwar zurück, hat aber Fehler und Pannen eingeräumt. Der Schaden für Boeing summiert sich bereits auf einen zweistelligen Milliardenbetrag und brachte den Hersteller in eine bis dahin ungekannte Krise. Dann ließ die Corona-Pandemie den weltweiten Flugverkehr einbrechen. Seither können Airlines in aller Welt zusätzliche Flugzeuge kaum gebrauchen.

© Reuters/dpa/lala
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