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Ehemaliger Airbus-Chef:Enders wird Aufsichtsrat bei Lilium

Airbus-Chef Tom Enders

Ein neues Amt in der alten Branche: Tom Enders wird Aufsichtsrat bei Lilium.

(Foto: Sven Hoppe/Sven Hoppe/dpa)

Der ehemalige Airbus-Chef bekommt einen neuen Posten bei einem Unternehmen, dessen Pläne in der Fachwelt teilweise mit Skepsis beäugt werden.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Tom Enders, langjähriger Chef des europäischen Luftfahrtkonzerns Airbus, kann von seiner Branche nicht lassen. Der 62-Jährige ist seit dem vergangenen Jahr Mitglied im Aufsichtsrat der Lufthansa. Außerdem sitzt er in den Gremien bei Knorr Bremse und Linde. Einer weiteren Leidenschaft, der Politik, kann er als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) fröhnen. Was fehlte, war noch eine Rolle im Flugzeugbau.

Das ändert sich nun. Denn Enders hat beschlossen, in den Aufsichtsrat des Flugtaxiunternehmens Lilium zu gehen. "Als mich Lilium-Chef Daniel Wiegand vor ein paar Monaten fragte, ob ich eine Ernennung ins Board akzeptieren würde, musste ich nicht lange darüber nachdenken", sagt Enders. Lilium sei auf dem Weg vom "visionären Start-Up zu einem ernsthaften Flugzeughersteller und Service-Anbieter." In der Firma würden "einige der besten Leute arbeiten, die ich in meiner Karriere getroffen habe."

Lilium arbeitet an einem viersitzigen, voll elektrisch angetriebenen Flugzeug mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern, das auf Shuttle-Flügen im Regionalverkehr eingesetzt werden soll. Das Unternehmen mit Sitz am Flughafen Oberpfaffenhofen will das Serienmodell in diesem Jahr präsentieren und Ende 2023 zulassen. 2025 sollen kommerzielle Flüge starten. Größere Versionen sollen später ebenso folgen wie ein Börsengang nach dem Start der Serienfertigung.

Die Pläne werden in der Fachwelt teilweise mit großer Skepsis verfolgt. Zuletzt brannte einer der beiden Prototypen am Boden aus, die Corona-Krise erschwert die Entwicklungsarbeiten. "Es ist ein steiniger Weg und keinesfalls ohne Risiken", sagt auch Enders. Lilium kann also einen großen Namen, der hilft, die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, gut gebrauchen.

© SZ/jps
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