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Discounter:Aldi Süd will mit dem Geiz Schluss machen

Der Discounter Aldi-Süd löst sich von seinen Wurzeln. Statt Paletten und No-Name-Produkten soll es Marken und Komfort geben - wie bei der Konkurrenz.

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Quelle: Aldi Süd

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Aldi Süd präsentiert seine "Filiale der Zukunft". Der Discounter ist kaum wiederzuerkennen. Die Fassadenfenster reichen bis zum Boden ...

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... und die Stimmung ist hell und nett. Nun ja, bis auf die Fliesen, die auch Aldi-Süd-Gründer Karl Albrecht hätte auswählen können, als noch die Devise galt: billig, billig, billig. Keine Neonröhren, sondern LED-Lampen tauchen die Filiale in warmes Licht. Es gibt loses Obst und Gemüse, auch aus biologischem Anbau. Daneben frisches Fleisch und frischer Fisch.

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Hätten die Aldi-Manager es gewagt, Toiletten, Wickeltische oder anderen Schnickschnack einzuführen, als Karl und Theo Albrecht senior noch lebten, sie wären wohl gefeuert worden. In der "Filiale der Zukunft" aber sieht Aldi nun aus wie ein Supermarkt.

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Am Automaten kann man sich nach dem Einkauf fair gehandelten Kaffee kaufen. Das neue Filialkonzept ist Zeichen eines grundlegenden Wandels des Discounters. Zugleich ist sie auch ein Angriff auf die Konkurrenz.

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Neben der Aldi-Süd-Filiale in Unterhaching steht ein Lidl - der Konkurrent und Widersacher, der in den vergangenen Jahren einiges besser gemacht hat als Aldi. Vier Jahrzehnte lang hatte Lidl Aldi gejagt und zuletzt europaweit Hunderte neue Läden eröffnet. Aldis Umsatzvorsprung verringerte sich auf nur noch drei Milliarden Euro.

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Aldi leidet darunter, jahrelang zu sehr gegeizt zu haben. So geriet das Unternehmen in die Defensive. Das gilt vor allem für Aldi Nord. Dort war die Modernisierungsphobie noch stärker ausgeprägt als bei Aldi Süd. Der Süden allein prescht nun nach Jahren der Stagnation voran. Getrieben wird Aldi auch von den Supermärkten. Rewe und Edeka machen den Discountern Kunden abspenstig, vor allem mit eigenen Handelsmarken, die teils sogar günstiger sind als Produkte der Discounter.

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Derzeit liegt der Marktanteil von Discountern in Deutschland bei mehr als 40 Prozent. Doch die Gewichte verschieben sich zugunsten der Supermärkte. Vor allem die von selbständigen Kaufleuten geführten Läden sind erfolgreich.

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Die Folge ist, dass sich Discounter und Supermärkte immer mehr angleichen. Es ist ein Abschied vom reinen Billigprinzip, ohne dass dabei die Preiskämpfe aufgegeben worden waren. Sie werden jetzt bei Markenartikeln ausgefochten. Bis 2019, so kündigt Aldi Süd an, sollen alle Standorte nach dem Vorbild der Unterhachinger Filiale umgebaut werden. Es ist das Ende des jahrzehntelang erfolgreichen Aldi-Prinzips aus spartanischen Paletten, No-Name-Marmelade und Dosenbier.

© SZ/jasch

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