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Deutscher Mittelstand:Wenn sie landen, steht das Auto schon da

Serva Parkhäuser

Skizze einer Parkfläche

Wie muss man sich das vorstellen?

Die Kunden geben an einer zentralen Übergabestation ihr Fahrzeug ab, sperren es zu und der Roboter parkt es ein. Die Station ist da, wo jeder hin will, direkt am Terminal beispielsweise, gelagert werden die Fahrzeuge ganz woanders. Wenn Sie dann landen, steht das Fahrzeug schon wieder an der Übergabestation am Terminal.

Wenn dann eine Delle drin ist, zahlen Sie oder der Parkhausbetreiber?

Oder seine Versicherung. Wir machen aber bei der Abgabe ein 360-Grad-Foto vom Fahrzeug, um Vorschäden zu dokumentieren.

Wie viel kostet ein System?

Das kleinste mit zwei Robotern kostet 875 000 Euro, schlüsselfertig.

Sind die Parkgebühren für solche Häuser höher?

Das ist Sache des Betreibers.

Haben Sie schon andere Auftraggeber?

Nein, die warten alle, wie es in Düsseldorf läuft. Wie haben viele Anfragen, vor allem aus dem Ausland nach sehr großen Systemen.

Wie viel hat die Entwicklung gekostet?

Einen einstelligen Millionen-Betrag.

Woher haben Sie das Geld?

Wir haben seit August 2011 einen Investor, die Familie Meltl, die sich mit uns die Anteile teilt. Das ist eine langfristige Partnerschaft, kein Risikokapital.

Was fürchten Sie am meisten?

Gar nichts.

Das glaube ich nicht?

Dass uns einer kopiert.

Wie groß kann Serva in fünf Jahren sein?

Das Potenzial ist groß.

Machen Sie Gewinn?

Nächstes Jahr.

Mussten Sie Ihrem Investor keinen Business-Plan vorlegen?

Josef Meltl ist Unternehmer, der weiß, was Business-Pläne wert sind. Wichtiger als der Business-Plan ist doch seine Erfahrung. Wir reden jeden Tag über das Thema. Herr Meltl ist fast jeden Tag bei uns in der Firma in Grabenstätt. Er hat die Erfahrung, wir die Technik.

Was war sein bislang wertvollster Rat?

Wie man mit Lieferanten umgeht, außerdem langfristig zu denken, die Mitarbeiter immer wieder zu motivieren und nicht aufzugeben.

War Ihnen zwischendurch schon mal danach?

Schon. Es gibt Höhen und Tiefen, die Höhen überwiegen.

Was waren die Tiefen?

Am Anfang haben uns viele Zulieferer nicht ernst genommen. Wenn sie als Gründer irgendwo anrufen, sind sie der letzte, der bedient wird. Wenn sie ein Problem haben, sind sie auch der letzte. Erst werden die großen Abnehmer bedient. Wäre der Support besser gewesen, wären wir mit der Entwicklung schneller gewesen.

Ist das Arroganz der Lieferanten?

Nein. Aber die stecken ihren Vertriebsleuten kurzfristige Ziele. Die nehmen dann lieber den, der heute zehn Teile abnimmt und nicht den, der heute eins und in zehn Jahren vielleicht 50 abnimmt.

Träumen Sie schon vom Börsengang?

Nein. Der ist nicht das Ziel. Wir haben mit der Familie Meltl einen starken Investor mit langfristigen Zielen, damit sind wir sehr zufrieden.

Rupert Koch

Rupert Koch ist Mitgründer des Parkroboter-Herstellers Serva Transport Systems

(Foto: OH)

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