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Deutscher Mittelstand:Was macht eigentlich... Rupert Koch?

Der Parkroboter

Der Parkroboter

Der Mittelstand gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Aber womit verdienen die Familienunternehmer eigentlich ihr Geld? Wir stellen einige von ihnen vor. Ein Gespräch mit Rupert Koch, Mitbegründer von Serva Transport Systems, über Parkroboter, Dellen und Vereinbarungen aus der Schulzeit.

Was machen Sie eigentlich?

Wir haben ein automatisches Parksystem entwickelt und produzieren Parkroboter. Damit lassen sich auch bestehende Parkhäuser nachrüsten und dann passen bis zu 40 Prozent mehr Autos rein als wenn jeder selbst einparkt. In neuen Häusern, die gleich mit dem System geplant werden, passen bis zu 60 Prozent mehr Fahrzeuge rein als in konventionellen Gebäuden gleicher Fläche.

Wir kamen Sie darauf?

Leopold Meirer, der mit mir die Geschäfte führt, und ich sind zusammen in die Schule gegangen. Schon damals haben wir vereinbart, dass wir irgendwann gemeinsam eine Firma gründen. Vor vier Jahren hat mich Leopold angerufen, und gefragt, ob ich nicht Lust habe, ein automatisches Parksystem auf den Markt zu bringen.

Wie kam er denn auf diese Idee?

Man merkt doch jeden Tag, wie voll die Städte sind und wie schwierig es ist, einen Parkplatz zu finden. Unsere erste Idee war, ein ähnliches System, das es schon auf dem Markt gab, nachzubauen...

Sie meinen zu kopieren!

Nein, zu verbessern. Als wir das und andere Systeme analysiert haben, haben wir festgestellt, dass sich noch keines am Markt durchgesetzt hat.

Weshalb?

Weil das verkettete Systeme sind, wenn ein Teil des Systems ausfällt, wird das gesamte Parkhaus lahmgelegt, da geht nichts mehr rein und nichts mehr raus, eine Katastrophe. Ich komme aus der Logistikbranche, da werden jede Menge schwere Waren transportiert. Dann haben wir uns angeschaut, wie Firmen wie BMW oder Krones ihre Waren auf Paletten transportieren.

Mit Gabelstaplern!

Genau, mit fahrerlosen Transportfahrzeugen, so funktioniert auch unser Parkroboter. Der Vorteil ist, wenn zehn Roboter im Einsatz sind und einer ausfällt, fahren die anderen neun weiter.

Was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe für Krones Fabriken entwickelt und zuletzt für Palfinger gearbeitet.

Wieso gibt jemand einen vermutlich nicht schlecht dotierten Job auf, um die Selbständigkeit zu riskieren?

Weil wir es in der Schule ausgemacht haben.

Ernsthaft!

Das ist schon eine Typ-Frage. Ich hatte schon einen interessanten gut bezahlten Job, und viele haben mir auch von der Gründung abgeraten. Aber Geld ist nicht alles im Leben. Als ich endlich den Mut gefasst habe, zu kündigen, war ich froh. Das war genau die richtige Entscheidung.

Serva Transport Systems GmbH

  • Sitz: Grabenstätt
  • Mitarbeiter: 15
  • Umsatz: weniger als eine Million
  • Branche: Maschinenbau

Hat Herr Meirer lange auf Sie einreden müssen?

Wir haben uns gegenseitig gepusht. Leopold hat damals in Los Angeles gelebt, aber der Kontakt ist nicht abgebrochen, wir haben uns oft besucht und immer über die Selbständigkeit geredet.

Stammen Sie aus Unternehmerfamilien?

Mein Vater war Steuerberater und der von Leopold Banker.

Wann haben Sie dann gegründet?

Im Oktober 2010. Im Oktober 2012 hatten wir die erste Testanlage am Flughafen Düsseldorf, dort geht auch demnächst die weltweit erste serienmäßige Anlage in Betrieb - mit zunächst 250 Stellplätzen.