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Deutsche Telekom:Spannende Aussichten

T-Mobile US

Empfang in New York: Eine Filiale des Mobilfunkproviders T-Mobile US am Times Square.

(Foto: Christoph Dernbach/dpa)

Der Konzern will bei der US-Tochter aufstocken. Zwei andere Sparten stehen zum Verkauf.

Von Benedikt Müller-Arnold, Düsseldorf

Die traditionell zahlreichen Aktionäre der Deutschen Telekom können sich freuen: Der Konzern will ihnen in den kommenden Jahren eine mindestens stabile, eher steigende Dividende ausschütten. "Wir wollen mehr verdienen als in der Vergangenheit", kündigt Vorstandschef Tim Höttges anlässlich des Kapitalmarkttags der Telekom an. Demnach soll der bereinigte Gewinn je Aktie von zuletzt 1,20 Euro bis 2024 auf "mehr als 1,75 Euro" steigen.

Der Konzern wolle 40 bis 60 Prozent dieses Ergebnisses ausschütten, stellt Höttges in Aussicht. So ergäbe sich rechnerisch eine Dividende von mindestens 70 Cent bis 1,05 Euro für das Jahr 2024. Zuletzt hatten die Aktionäre 60 Cent je Anteilsschein erhalten - dies soll auch in den nächsten Jahren die Untergrenze sein, sollten die Geschäfte doch schlechter laufen als erhofft.

Die Branche spürt allgemein, dass die Menschen immer mehr Daten per Festnetz und Mobilfunk übertragen. Zudem hat die Telekom-Tochter T-Mobile in den USA in den vergangenen Jahren Millionen an Kunden hinzugewonnen. T-Mobile hat sich 2020 mit dem Konkurrenten Sprint zusammengeschlossen und ist nun einer der führenden Mobilfunkanbieter in den USA.

Seither gehört das Gemeinschaftsunternehmen zwar nur noch zu 43 Prozent der Telekom. Die Bonner haben sich aber bis 2024 eine Mehrheit der Stimmrechte gesichert; solange können sie die wachsende Tochter in der Bilanz verbuchen. Diese Möglichkeit will Höttges nun dauerhaft: "Wir wollen uns die Mehrheit an T-Mobile sichern", bekräftigt der Konzernchef. Er wolle mindestens 50 Prozent plus eine Stimme. "Mehr hilft immer", so Höttges.

Die Telekom hat sich hierfür Optionen gesichert, um weitere T-Mobile-Aktien vom japanischen Softbank-Konzern zu kaufen, dem früheren Eigner von Sprint. Zudem erwägt T-Mobile, eigene Aktien zurückzukaufen; auch dies würde den Anteil der Telekom erhöhen.

Allerdings sind mit der Fusion auch die Schulden der Telekom gestiegen. Dabei will der Konzern Jahr für Jahr Milliarden in den Ausbau seiner Glasfaser- und Mobilfunknetze investieren. Höttges prüft vor dem Hintergrund einen Verkauf oder Teilverkauf des Mobilfunkgeschäfts in den Niederlanden sowie der konzerneigenen Funktürme. "Wir stellen die Niederlande und wir stellen die Tower ins Schaufenster", so der 58-Jährige. Noch sei freilich offen, ob die Telekom jeweils eine Minderheit oder Mehrheit abgeben könnte. Man führe nun Gespräche, kündigt Höttges an.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Telekommunikationskonzerne ihre Funktürme verkauft oder an die Börse gebracht. Die Netzbetreiber mieten die Antennenplätze dann zurück und teilen sich mehr und mehr Masten, wie es in Amerika schon lange üblich ist.

© SZ vom 21.05.2021
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