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Dax:Immobilien-Aktien gefragt

Optimistische Aussagen im Handelsstreit zwischen den USA und China lassen bei Europas Anlegern Kauflaune aufkommen. Aktien von Immobilienkonzernen sind die Top-Favoriten.

Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Stimmung unter den europäischen Aktienanlegern zum Wochenschluss gehoben. Zuletzt deuteten beide Seiten ihre Bereitschaft zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch an. Der Dax beendete den Handel um 0,9 Prozent höher bei 11 939 Punkte. Die versöhnlichen Töne dürften zumindest kurzfristig verhindern, dass US-Präsident Donald Trump mit neuen Zollerhöhungen oder neuen Strafzöllen drohe, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus Axitrader. "Mittel- bis langfristig allerdings bleibt die Situation in diesem Konflikt verfahren, und die Stimmung kann jederzeit wieder kippen. Vorsicht sollte also angesagt bleiben."

Berichte über abgemilderte Pläne zum Mietendeckel in Berlin beflügelten die Aktien der Immobilienfirmen, die zu den Top-Favoriten in den Indizes zählten. Im Dax legten Vonovia-Papiere um mehr als 5,4 Prozent zu. Die Titel der Deutsche Wohnen, die besonders viele Wohnungen in der Hauptstadt hat, verteuerten sich im M-Dax um knapp zehn Prozent. Im S-Dax legten Ado Properties um mehr als sechs Prozent zu. Aktien von Grand City Properties, LEG Immobilien, TAG Immobilien und Aroundtown gewannen ebenfalls deutlich zu. Nachdem Anfang der Woche ein Entwurf bekannt geworden war, der Mieten von maximal knapp acht Euro pro Quadratmeter vorgesehen hatte, sollen die Mieten in der Hauptstadt zwar weiterhin für fünf Jahre eingefroren werden. Jedoch sollen moderate Erhöhungen etwa in Höhe der Inflation möglich sein. Zu den Gewinnern zählten auch die Autowerte, sie reagieren besonders sensibel auf Zolländerungen. Im Dax zogen Daimler-Aktien um 1,7 Prozent an, Volkswagen und BMW stiegen um ein und 0,6 Prozent.

Die Titel von Isra Vision schnellten um gut acht Prozent in die Höhe. Der Spezialist für industrielle Bildbearbeitung steigerte seinen Vorsteuergewinn um 19 Prozent. Für das kommende Geschäftsjahr geht das S-Dax-Mitglied von einem zweistelligen Wachstum bei Umsatz und Ertrag aus.

An der Wall Street fand der Dow Jones keine klare Richtung und notierte zum Börsenschluss etwas höher. Unter den Einzelwerten zogen die Anteile von Dell um zehn Prozent an. Ein gutes Geschäft mit PCs und Cloud-Diensten hat das Unternehmen im zweiten Quartal in die Gewinnzone zurückgebracht.

© SZ vom 31.08.2019 / rih, Reuters, dpa
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