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Daimler:Mit den Lkw an die Börse

Der Autokonzern Daimler bereitet offenbar den Börsengang seiner Lastwagensparte vor. Konzernchef Ola Källenius strebe eine Abtrennung des Bereichs Ende 2021 oder im Jahr 2022 an, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Konzern- und Finanzkreise. Auch ein Teilverkauf an einen Finanzinvestor sei denkbar. Die Idee einer Abspaltung des Nutzfahrzeug-Geschäfts ist nicht ganz neu, die Synergien zwischen großen und kleinen Fahrzeugen sind gering. Immer wieder wurde im Konzern deshalb in den vergangenen Jahren deshalb ein solcher Schritt diskutiert. Dementiert wurden die Berichte auch diesmal nicht. Aus Daimler-Kreisen heißt es, das Lkw-Geschäft könnte viel Geld einbringen, zumal etwa der US-Teil renditestark sei und Manager Martin Daum den Bereich insgesamt auf einen sehr guten Weg gebracht habe. Der Daimler-Truck-Chef stehe deshalb auch vor einer Verlängerung seines Anfang 2022 auslaufenden Vertrags, im neuen Jahr könnte darüber entschieden werden, erfuhr die SZ. Zuletzt machte die Corona-Krise Daimler in dem Geschäft allerdings schwer zu schaffen. 2019 hatte Daimler mit Trucks und Bussen fast 45 Milliarden Euro umgesetzt, in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres brach das Geschäft aber ein, der Betriebsgewinn sackte um 99 Prozent auf 32 Millionen Euro ab. Komplett aus der Hand geben wolle man die Nutzfahrzeuge aber wohl nicht, harte Abspaltungen, wie sie Joe Kaeser bei Siemens durchgesetzt hat, seien nicht die Stuttgarter Philosophie, heißt es. Zudem könnte der Blick nach Wolfsburg die Erwartungen dämpfen. 2019 hatte VW seine Nutzfahrzeug-Sparte zum Teil an die Börse gebracht - damit aber deutlich weniger erlöst, als erwartet.

© SZ vom 24.12.2020 / SZ
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