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Bundesbank:Weidmann erklärt EZB-Kritik

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat seine Kritik an den jüngsten EZB-Maßnahmen präzisiert. Dass der Einlagesatz auf minus 0,5 Prozent gesenkt wurde, finde seine Zustimmung, betonte er am Freitag. "Angesichts des verschlechterten Inflationsausblicks hielt ich den Zinsschritt für angemessen." Der EZB-Rat habe aber ein Paket an Maßnahmen beschlossen, das er "in seiner Gesamtheit als zu weitgehend" empfinde. "Dabei sehe ich vor allem die Wiederaufnahme der Nettokäufe von Wertpapieren kritisch, die auch die Zinsen für langfristige Anleihen noch weiter in den negativen Bereich drücken sollen." Durch den umfangreichen Ankauf von Staatsanleihen drohe die Trennlinie zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik zu verschwimmen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 12. September höhere Strafzinsen beschlossen, gekoppelt mit Erleichterungen für Geldhäuser.

© SZ vom 28.09.2019 / Reuters

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