bedeckt München 26°

Brasilien:Wiedergutmachung für Brumadinho

Der Bergbaukonzern Vale muss wegen eines Dammbruchs in einer Eisenerzmine Wiedergutmachung zahlen. Eine giftige Schlammlawine hatte Menschen, Tiere und Häuser unter sich begraben.

Knapp ein halbes Jahr nach dem verheerenden Dammbruch einer Eisenerzmine in Brasilien hat ein Gericht den Bergbaukonzern Vale erstmals zur Wiedergutmachung verurteilt. Das Unternehmen müsse alle entstandenen Schäden beheben, ordnete ein Richter in Belo Horizonte an. Eine genaue Summe legte er noch nicht fest. Gleichzeitig betonte er aber, dass auch die Auswirkungen auf die Umwelt und die Wirtschaft in der Region bei der Berechnung der Zahlungen berücksichtigt werden müssten. Für mögliche Schadenersatzforderungen hatte die Justiz bereits umgerechnet 2,53 Milliarden Euro auf den Konten von Vale eingefroren. Das brasilianische Unternehmen gehört zu den drei größten Bergbaufirmen weltweit und exportiert vor allem Eisenerz.

Am 25. Januar brach an einer solchen Mine nahe der Stadt Brumadinho im Südosten von Brasilien der Staudamm eines Rückhaltebeckens für Bergbauabfälle. Eine giftige Schlammlawine rollte daraufhin über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen hinweg und begrub Menschen, Häuser und Tiere unter sich. Mindestens 248 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, 22 weitere werden noch immer vermisst.

Kurz vor dem Unglück hatten Mitarbeiter der brasilianischen Tochter des TÜV Süd die Rückhaltebecken noch geprüft und für sicher befunden. Dennoch kam es zum fatalen Dammbruch. Im Mai entschied deshalb ein brasilianisches Gericht, dass der TÜV Süd seine Aktivitäten in Sachen Umweltlizenzierung in Brasilien vorerst einstellen muss. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der TÜV von den Sicherheitsmängeln des Dammes gewusst, diese jedoch verschleiert habe, um Verträge mit der Vale nicht zu gefährden. Schadenersatzforderungen des Bergbauunternehmens Vale gegen den TÜV Süd lägen bisher nicht vor, sagte ein Sprecher der Münchner Prüffirma.