Billige Energie:Verbraucherpreise in der Euro-Zone sinken

  • Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Dezember um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen - zum ersten Mal seit 2009.
  • Grund für den Rückgang sind vor allem stark fallende Energiepreise. Die Europäische Zentralbank ist dennoch besorgt.

Erster Rückgang seit Oktober 2009

Die Preise in der Euro-Zone sind erstmals seit mehr als fünf Jahren gefallen. Die Lebenshaltungskosten sanken im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent, wie das Europäische Statistikamt schätzt. Experten hatten nur mit einem Minus von 0,1 Prozent gerechnet.

Das letzte Mal hatte es im Oktober 2009 mit minus 0,1 Prozent einen Rückgang der Lebenshaltungskosten gegeben. Im November hatte die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent gelegen, die Preise sind also immerhin noch leicht gestiegen.

Starker Rückgang bei Energiepreisen

Grund für den aktuellen Rückgang sind vor allem die stark fallenden Energiepreise. Am Mittwoch fiel der Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee erstmals seit fünfeinhalb Jahren unter die Marke von 50 US-Dollar und erreichte am Vormittag bei 49,66 Dollar den tiefsten Stand seit Mai 2009.

Im Vergleich zum November sanken die Energiepreise insgesamt um 2,6 Prozent, wie Eurostat mitteilte. Gegenüber Dezember 2013 gab es sogar einen Rückgang von 6,3 Prozent.

Stabil blieben dagegen die Preise für Nahrungsmittel und Getränke sowie für Industriegüter. Lediglich die Preise für Dienstleistungen stiegen im Vergleich zum November um 1,2 Prozent.

Angst vor Deflation

Die Europäische Zentralbank (EZB) blickt mit Sorge auf die Preisentwicklung in der Euro-Zone. Sie will vermeiden, dass die Preise dauerhaft sinken: Eine Deflation - also ein Preisverfall auf breiter Front - könnte die Wirtschaft lähmen. Verbraucher und Unternehmen könnten Anschaffungen und Investitionen zurückstellen, weil sie auf sinkende Preise in der Zukunft hoffen.

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