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Banken-Stresstest:Slowenien kommt ohne Euro-Hilfen aus

Aufatmen in Ljubljana: Die angeschlagenen Banken Sloweniens brauchen knapp fünf Milliarden Euro Kapital. Das Land ist aber nicht auf Euro-Rettungshilfen angewiesen, sagt EU-Währungskommissar Rehn - das ergab ein Stresstest.

Slowenien kann seinen maroden Finanzsektor voraussichtlich ohne Hilfskredite der anderen Euro-Länder sanieren. "Seit heute ist klar, dass Slowenien seinen Bankensektor ohne die finanzielle Hilfe seiner europäischen Partner aufpäppeln kann", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Zuvor hatten Bankenstresstests gezeigt, dass das Land 4,8 Milliarden Euro benötigt, um die Bilanzlücken seiner Geldinstitute zu stopfen.

Lange galt Slowenien, dessen Banken mit faulen Krediten kämpfen, als nächster Kandidat für den Euro-Rettungsschirm. Die Nachricht sorgte nun für ein Aufatmen auch am Kapitalmarkt. Die Renditen der umlaufenden zehnjährigen Staatsanleihen fielen auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten.

Das rezessionsgeplagte Slowenien, das seit 2004 der EU und seit 2007 der Euro-Zone angehört, will mit allen Kräften verhindern, bei seinen EU-Partnern Hilfen zu beantragen, denn mit den Geldern gehen Reformauflagen der Geldgeber einher. Der Abschwung im Land hat vor allem der Bankenbranche schwer zugesetzt. Die faulen Kredite belaufen sich auf fast acht Milliarden Euro und damit auf mehr als ein Fünftel der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes mit zwei Millionen Einwohnern.

Wirtschaftswunderland im Tief

Die Stresstests ergaben, dass allein das Kapital der drei größten Banken des Landes - NLB, NKBM und Abanka - um etwa drei Milliarden Euro gestärkt werden muss. Diese stellt der Staat in Form von Bargeld und über die Ausgabe einer eine Milliarde Euro schweren Anleihe bereit. Zugleich wurden noch bei der UniCredit Banka Slovenija, Banka Celje, Hypo Alpe-Adria Bank, der Raiffeisen Bank Sloweniens und der Gorenjska Bank Engpässe ausgemacht. Diese haben nun bis Juni Zeit, um insgesamt 1,1 Milliarden Euro bei privaten Investoren einzusammeln. Die Regierung plant die Bildung einer Bad Bank, die bis zu vier Milliarden Euro aufnehmen soll. Dies soll auch den geplanten Verkauf der Banken erleichtern.

Lange hatte die frühere jugoslawische Teilrepublik als Wirtschaftswunderland mit stabilen Wachstumsraten gegolten. Wegen seiner Exportabhängigkeit steckt das Land nun allerdings tief in der Rezession. Seit 2008 ist die Wirtschaftsleistung um elf Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei mehr als zwölf Prozent. Im laufenden Jahr rechnet die EU-Kommission damit, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,7 Prozent schrumpft. Im kommenden Jahr soll das Minus dann bei 1,0 Prozent liegen.

Die Mitte-links-Regierung will sich dem Abschwung entgegenstemmen und strebt dafür Privatisierungen an. Bisher kontrolliert der Staat rund die Hälfte der Wirtschaft und ist in vielen Sektoren wie der Bankenbranche, dem Einzelhandel, der Telekommunikation und bei den Medien aktiv. Nun stehen Telekom Slovenia, Adria Airways und der internationale Flughafen Ljubljana zum Verkauf, um die leeren Staatskassen zu füllen.

© SZ.de/Reuters/jasch/sekr
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