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Banken:Neue Europachefin der Großbank UBS

Das Europageschäft der UBS wird künftig von einer Frau geleitet. Christine Novakovic übernimmt zum 1. September den Vorstandsvorsitz bei UBS Europe, wie die Schweizer Großbank am Dienstag mitteilte. Sie folgt auf Thomas Rodermann, dessen Vertrag nicht verlängert wurde und der Ende November aus dem Institut ausscheiden wird. Die 55-Jährige übernehme in ihrer Funktion auch die Rolle der Länderchefin für Deutschland und Österreich. Zudem bleibe sie wie bisher verantwortlich für das Vermögensverwaltungsgeschäft der UBS in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Im Frühjahr hatte das Handelsblatt berichtet, Hintergrund für das Ausscheiden Rodermanns sei ein Machtkampf mit Novakovic. Die UBS erklärte dazu nun, die beiden Manager hätten einen "respektvollen und professionellen Umgang" gepflegt.

Die Südtirolerin hat Stationen bei mehreren Banken hinter sich und arbeitete auch ein paar Jahre als Kunsthändlerin. Nach einer ersten Tätigkeit bei der UBS in Frankfurt Anfang der Neunziger wechselte sie zur Citibank. Mit gerade einmal 37 Jahren wurde Novakovic - damals noch Christine Licci - Deutschland-Chefin der US-Großbank Citigroup. Die Wirtschaftswoche kürte sie seinerzeit zur Managerin des Jahres. Von der Citibank wechselte Novakovic in den Vorstand der Hypovereinsbank (HVB), wo ihre Karriere zunächst jedoch endete als die HVB vom italienischen Unicredit-Konzern geschluckt wurde. Seit 2011 arbeitet Novakovic wieder für das Schweizer Institut. Gesteuert wird das Europageschäft der Schweizer aus Frankfurt heraus. An der Einheit, die von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt wird, hängen knapp ein Dutzend Landeseinheiten. Zuletzt hatte die UBS etwa wegen des bevorstehenden EU-Ausstiegs Großbritanniens Teile ihrer Investmentbank nach Frankfurt verlagert.

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