Axel Springer AG Friede regelt die Zukunft

Friede Springer regelt ihr Erbe.

(Foto: Sean Gallup/Getty Images)

Friede Springer nach langer Vorbereitung nun einen wichtigen Schritt weiter: Die Verlagserbin bereitet eine gemeinnützige Gesellschaft vor.

Von Caspar Busse

Schon seit gut zwei Jahren arbeitet Friede Springer, 76, daran, ihre Beteiligung an dem Berliner Medienunternehmen Axel Springer AG (Bild, Welt) in eine eigene Rechtsform zu überführen. Nun ist die Verlagserbin, die die Anteile an dem Unternehmen nach dem Tod ihres Manns Axel Cäsar Springer im Jahr 1985 übernommen hat, diesem Ziel einen erheblichen Schritt näher gekommen.

Friede Springer habe sich mit den beiden Springer-Enkeln auf eine gesellschaftsrechtliche Trennung ihrer Beteiligungen geeinigt, teilte die Axel Springer AG mit. Demnach wird der Springer-Enkel Axel Sven künftig 7,36 Prozent direkt an der Axel Springer AG halten - und die Enkelin Ariane weitere 2,36 Prozent. Bislang waren die Aktien in der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co mit denen der Stiefmutter zusammengefasst. Die Beteiligung der Enkel werde damit heraus gelöst. Axel Sven und Ariane Springer könnten ihre Aktien, deren Wert zusammen derzeit bei etwa 600 Millionen Euro liegt, nun verkaufen, sie wollten aber langfristig dabei bleiben, heißt es.

Friede Springer wiederum wird künftig Allein-Inhaberin der Gesellschaft für Publizistik, die dann 38 Prozent an Springer hält, bisher waren es etwa 48 Prozent gewesen. Damit entfallen hier künftig Mitsprache-und Vetorechte der beiden Enkel. Friede Springer besitzt zudem direkt weitere fünf Prozent der Aktien. Ihr gesamter Anteil liegt damit bei 43 Prozent.

Friede Springer will diese Beteiligung dem Vernehmen nach nun in eine gemeinnützige Gesellschaft überführen, die dann die neue Hauptaktionärin bei Springer wäre. Als Vorbild soll der schwäbische Autozulieferer Bosch dienen. Auch der Stuttgarter Konzern, der um ein Vielfaches größer ist als die Axel Springer AG, wird von einer ähnlich angelegten Gesellschaft kontrolliert, die gemeinnützige Zwecke verfolgt und an die auch die Dividendenzahlungen fließen. Es handele sich dabei ausdrücklich nicht um eine Stiftung. Es existiert bereits seit längerem auch eine Axel-Springer-Stiftung, die sich wohltätigen medizinischen und kulturellen Projekten widmet. "Ich freue mich, dass weiterhin die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, den Mitarbeitern und dem Vorstand von Axel Springer langfristig eine verlässliche Perspektive für die Zukunft des Unternehmens zu geben", teilte Friede Springer mit.

Das Aktien-Paket von Friede Springer ist derzeit an der Börse 2,6 Milliarden Euro wert. Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner besitzt drei Prozent der Aktien. Springer macht 3,6 Milliarden Euro Umsatz, einen Großteil davon inzwischen mit digitalen Geschäft, außerdem gehören die Tageszeitungen Bild und Welt dazu. Beschäftigt werden weltweit 16 350 Mitarbeiter. Regionalzeitungen und Magazine wurden in der Vergangenheit verkauft. Friede Springer war die fünfte Ehefrau von Axel Cäsar Springer. Er hatte insgesamt drei Kinder, der älteste Sohn starb im Jahr 1980.