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Autoindustrie:Honda schließt britisches Werk

Das Honda-Werk in Swindon im Südwesten Englands wird geschlossen.

(Foto: Adrian DENNIS/AFP)

Kurz vor dem Brexit verlassen die Japaner die Insel. Der Konzern sagt allerdings, dass die Entscheidung nichts mit dem Austritt der Briten aus der Europäischen Union zu tun habe.

Der japanische Autohersteller Honda schließt sein Werk in Großbritannien. Das verkündete der Konzern am Dienstag. Das Werk in Swindon, im Süden Englands, ist Hondas einzige Fertigungsstätte in Europa. Die Fabrik mit 3500 Beschäftigten soll 2021 die Arbeit einstellen. Der Ende März anstehende EU-Austritt Großbritanniens sei nicht der Grund für die Entscheidung, hieß es. Es gehe um eine Umstrukturierung der globalen Fertigung, um sich verstärkt auf Elektroautos zu konzentrieren. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark nannte Hondas Ankündigung "zutiefst enttäuschend".

Die Entscheidung kommt wenige Tage nachdem das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union in Kraft getreten ist. Japanische Konzerne wie Honda werden davon profitieren, da die EU-Zölle von zehn Prozent auf Autos aus Japan Schritt für Schritt gesenkt werden und von 2027 an ganz entfallen. Die britische Regierung verhandelt mit Tokio, um ein eigenes Abkommen zu erreichen. Doch das scheint sehr schlecht zu laufen, berichtete just die Financial Times. Demnach fühlte sich Japan von Großbritannien unter Druck gesetzt. Tokio habe kurzzeitig sogar überlegt, die Gespräche offiziell abzusagen.

Ökonomen argumentieren, dass Staaten sich in solchen Verhandlungen leichter tun, wenn mehrere Länder zusammen verhandeln, anstatt nur zwei: Denn dann sind mehr Kompromisse möglich. Wenn London die EU verlässt, ist das Vereinigte Königreich auch nicht mehr Teil der von der EU verhandelten Freihandelsabkommen. Das verunsichert vor allem internationale Konzerne, die befürchten, dass sie ihre Produkte aus Großbritannien nur noch mit neuen Zöllen exportieren können. Das zeigt sich momentan vor allem bei japanischen Unternehmen. Der Autokonzern Nissan hatte kürzlich mitgeteilt, die nächste Generation seines SUV-Modells X-Trail für den europäischen Markt lieber in Japan statt in England zu bauen. Ein No-Deal-Brexit könnte auch die Produktion an dem britischen Toyota-Standort erschweren, teilte der Hersteller mit.

Hondas Werk im Süden Englands produziert jährlich 150 000 Autos, darunter das Modell Civic. Die Fabrik macht damit rund 10 Prozent der gesamten Autoproduktion Großbritanniens aus. Honda begann dort im Jahr 1989 zunächst mit der Fertigung von Motoren.