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Apple-Zulieferer:Foxconn lässt 14-Jährige in Fabrik arbeiten

Erneuter Zwischenfall beim chinesischen Elektronikproduzenten: In einem Foxconn-Werk wurden minderjährige Praktikanten entdeckt - das ist in China verboten. Das Unternehmen hat sich entschuldigt und will den Vorfall untersuchen. Arbeitsrechtler bemängeln fehlende Kontrollen.

Foxconn

Apple-Chef Tim Cook (im gelben Kittel) besucht im März das Foxconn-Werk in Zhengzhou.

(Foto: Bowen Liu/dpa)

Der Apple-Zulieferer Foxconn soll minderjährige Praktikanten in einer seiner Fabriken beschäftigt haben, berichten die Nachrichtenagenturen AP und Bloomberg. Bei einer Untersuchung sei man auf 14-Jährige gestoßen, die in einem Werk im ostchinesischen Yantai beschäftigt gewesen seien, so das Unternehmen. Das Mindestalter, um in China arbeiten zu dürfen, liegt bei 16 Jahren. In dem Werk werden nach Angaben der Firma allerdings keine Elektroteile für Apple hergestellt.

Man habe die Jugendlichen zurück in die Schule geschickt, ließ Foxconn wissen. Nun untersuche man gemeinsam mit den Schulen, wie es zu den illegalen Beschäftigungsverhältnissen habe kommen können.

"Wir erkennen an, dass die volle Verantwortung für die Vorfälle bei unserem Unternehmen liegt und wir haben uns bei jedem einzelnen Schüler entschuldigt", ließ Foxconn mitteilen. Jeder Mitarbeiter, dem in den Untersuchungen Verantwortung dafür nachgewiesen werden könne, werde sofort gekündigt.

Die NGO China Labor Watch sagte, die Verantwortung liege zwar in erster Linie bei den Schulen, "Foxconn macht sich aber auch strafbar, indem es das Alter seiner Arbeiter nicht überprüft".

Foxconn zählt mit 1,2 Millionen Angestellten zu den größten Arbeitgebern in China. Das Unternehmen, das unter anderem iPhones für Apple herstellt, gerät nicht zum ersten Mal wegen seiner Arbeitsbedingungen in die Kritik. Erst Anfang Oktober soll es nach Angaben von China Labor Watch im Werk Zhengzhou zu Protesten gegen den Druck bei der Fertigung des iPhone 5 gekommen sein. Der Konzern selbst bestritt, dass es Streiks gegeben habe. Es sprach von "Streit".

Ende September, nur kurz nach dem Produktionsstart für das neue iPhone, war es auf einem Fabrikgelände von Foxconn zu einer Massenschlägerei gekommen.

© Süddeutsche.de/bero/ohol/rus

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