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Apple:Facebooks neuer Erzfeind

Das nächste Problem mit Nutzerdaten für Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

(Foto: Josh Edelson/AFP)

Dass Apple auf die Privatsphäre der Kunden abzielt, gefällt Marc Zuckerberg gar nicht.

Von Helmut Martin-Jung

Eigentlich hätte Mark Zuckerberg zufrieden sein könnte. Ein satter Milliardengewinn, mehr Nutzer bei den Apps seines Facebook-Konzerns. Doch Zuckerberg war nicht zufrieden. Der Mitgründer und Chef des Unternehmens, der auch so etwas wie die Abteilung Attacke im Konzern ist, sieht düstere Wolken am Horizont. Und er sieht einen neuen Hauptfeind: Apple.

Die beiden Tech-Konzerne schienen bisher immer gut aneinander vorbeizukommen. Doch das ändert sich gerade. Apple will im Frühjahr die Datenschutz-Einstellungen verschärfen, die mit der jüngsten Version seiner Betriebssysteme für iPhones, iPads und den TV-Zuspieler eingeführt worden waren. Die Nutzer müssen dann explizit zustimmen (opt-in), ob sie Firmen erlauben, sie anhand ihrer Daten über mehrere Apps und Webseiten hinweg zu verfolgen. Das wäre ein schwerer Schlag für das Geschäftsmodell von Facebook, das ja darauf basiert, den Werbekunden möglichst zielgenaue Ansprache zu bieten.

So direkt will Zuckerberg das natürlich nicht sagen und argumentiert stattdessen, durch Apples Schritt würden viele kleine Anbieter hart getroffen. Deutlich wurde er aber, was Apple angeht: "Ich möchte betonen, dass wir Apple verstärkt als einen unserer größten Konkurrenten sehen."Apple gehe es nur um die eigenen Interessen, nicht darum, den Menschen zu helfen.

Das wird Apple nicht gänzlich abstreiten können, schließlich ist der Konzern in der glücklichen Lage, dass er kein ausschließlich datenbasiertes Geschäftsmodell hat. Und Apple wirbt auch kräftig damit, dass man die Daten der Kunden besonders schütze. Für Apples Messenger-Dienst gilt das aber nur bedingt: Zwar werden Daten verschlüsselt übertragen. Doch wer eine Sicherheitskopie auf Apples iCloud anlegt, muss auf den Konzern vertrauen, denn auch der hat dann einen Schlüssel. Die Entscheidung soll Gerüchten zufolge auf Betreiben des FBI zustande gekommen sein.

Apple hat ein äußerst erfolgreiches Quartal hinter sich. Weltweit verkaufte der Konzern die meisten Smartphones, 90,1 Millionen Stück, Facebooks Kampfansage führte bloß zu einer kleinen Delle im Aktienkurs. Auch Facebook sahnte kräftig ab. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um ein Drittel auf knapp 28,1 Milliarden Dollar. Beim Gewinn gab es einen Sprung von 53 Prozent auf gut 11,2 Milliarden Dollar. Auch die Nutzerzahl legte weiter auf 2,8 Milliarden zu.

Mark Zuckerberg aber sieht nicht bloß wegen Apple Unsicherheitsfaktoren auf sein Unternehmen zukommen. Auch wie es mit den Daten aus der EU weitergeht, ist ja unklar, nachdem der Europäische Gerichtshof im vergangenen Sommer die neue Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield" gekippt hatte.

© SZ vom 29.01.2021
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