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Agrar:Aldi kauft Land

Die Stiftung der Albrecht-Familie erwirbt Agrarfirma in Thüringen. Damit vergrößert die Stiftung ihren Landbesitz weiter.

Von Michael Bauchmüller, Berlin

Die Lukas-Stiftung des Aldi-Erben Theo Albrecht junior vergrößert ihren Landbesitz in Thüringen. Ein Sprecher von Aldi Nord bestätigte am Donnerstag den Kauf der Adib GmbH, der wiederum mehrere Agrargesellschaften in Thüringen gehören; als erstes hatte der MDR darüber berichtet. Die Stiftung steigt damit zu den größten Grundeigentümern des Landes auf: Schätzungen zufolge bewirtschaften die Gesellschaften in Summe etwa 6000 Hektar Land, teils in Eigentum, teils in Pacht. Weitere 3000 Hektar hatte die Stiftung schon im vorigen Jahr übernommen.

Zu den Verkäufern zählt ein ehemaliger thüringischer Bauernpräsident, Klaus Kliem. Sein Ziel sei es gewesen, "den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern", hieß es in einer Mitteilung - auch mit Blick auf eine nachhaltige Landwirtschaft. Die Lukas-Stiftung übernimmt die Ländereien über ihre Boscor-Gruppe. Sie stehe für eine "boden- und ressourcenschonende Landwirtschaft", hieß es bei Aldi Nord. Die Kritik an dem Deal fällt dennoch harsch aus. "Ich hätte gerade von einem langjährigen Bauernverbandspräsidenten erwartet, dass er die Bedürfnisse des Thüringer Bauernstandes mit seinen privaten Gewinninteressen in Ausgleich bringt", sagte Thüringens Agrarminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke). Der Verkauf sei "unverantwortlich". Ähnlich äußerte sich die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

© SZ vom 07.08.2020

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