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Rassismus-Debatte:Adidas-Personalchefin Parkin gibt ihren Posten auf

Karen Parkin - Pressebild adidas

Mit ihrem Rücktritt reagierte Karen Parkin auf Kritik von Mitarbeitern, wonach Adidas es versäumt habe, für mehr Vielfalt in der Belegschaft zu sorgen.

(Foto: oh)

Parkin war wegen ihrer Strategie im Kampf gegen Diskriminierung bei dem Sportartikelhersteller intern massiv in Kritik geraten. Konzernchef Rorsted übernimmt übergangsweise ihre Position.

Adidas-Personalchefin Karen Parkin hat nach massiver konzerninterner Kritik an ihrer Haltung zu Rassismus und Diversität ihren Posten niedergelegt. Sie fühle sich den Unternehmenszielen für mehr Vielfalt, Integration und Gleichberechtigung zwar verpflichtet, teilte Parkin mit. Trotz Fortschritten sei ihr aber klar geworden, dass es für die Eintracht der Organisation besser wäre, wenn sie sich zurückziehe und den Weg für Wandel ebne.

Mit ihrem Rücktritt reagierte Parkin auf Kritik von Mitarbeitern, wonach Adidas es versäumt habe, für mehr Vielfalt in der Belegschaft zu sorgen. Eine Gruppe schwarzer Angestellter des im fränkischen Herzogenaurach ansässigen Sportartikelkonzerns hatten den Aufsichtsrat zudem konkret aufgefordert, Parkin und deren Strategie für den Umgang mit Rassismus am Arbeitsplatz unter die Lupe zu nehmen.

Die Mitarbeiter dringen nun auch auf die Schaffung einer Anlaufstelle, wo Betroffene anonym ihre Probleme mit rassistischen Vorfällen melden können. Im Zuge der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai hatte auch Adidas, wie viele andere Marken, in sozialen Medien Gleichheit befürwortet. Angestellte beschuldigten das Unternehmen der Scheinheiligkeit und kritisierten den Mangel an Diversität unter den Mitarbeitern.

Als Folge dieser Kritik teilte Adidas mit, das Unternehmen werde 120 Millionen US-Dollar in Initiativen in den USA stecken, die rassistische Ungleichheiten beenden und schwarze Gemeinden bis 2025 unterstützen sollen. Außerdem versprach der Konzern, dass mindestens 30 Prozent der neuen Stellen mit Schwarzen oder Latinos besetzt werden sollten. Die Firma beschäftigt etwa 59 000 Menschen weltweit. Adidas-Chef Kasper Rorsted werde die Verantwortung für das Personalmanagement übergangsweise übernehmen, hieß es.

Parkin war 1997 zu Adidas gekommen, als Verkaufsdirektorin für Großbritannien. Seitdem hatte sie mehrere Stellen mit wachsender Verantwortung inne gehabt. Personalchefin war sie seit fünfeinhalb Jahren. 2017 wurde sie Mitglied des Vorstands.

© SZ.de/AP/jael
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