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Abgas-Affäre:VW dementiert Verwicklung Dutzender Manager

Mindestens 30 Führungskräfte hätten von den Manipulationen der Abgaswerte gewusst, berichtet der "Spiegel". Der Konzern weist den Vorwurf zurück.

Der VW-Konzern hat einen Bericht des Spiegel zurückgewiesen, wonach mindestens 30 Manager in den Abgas-Skandal verwickelt sind. "Die Zahl entbehrt jeglicher Grundlage", sagte ein Konzernsprecher. Nach Darstellung des Nachrichtenmagazins soll nicht eine kleine Gruppe die Manipulation der Abgaswerte organisiert haben - sondern Dutzende Führungskräfte. Sie hätten vom Betrug gewusst und sollen nun beurlaubt werden.

VW-US-Chef Michael Horn hatte vergangene Woche bei einer Anhörung im US-Kongress gesagt, der Einsatz der Abschaltsoftware sei nicht durch den Konzern entschieden worden: "Das waren ein paar Software-Ingenieure, die das aus irgendwelchen Gründen eingebaut haben."

Der Spiegel beruft sich auf Ermittlungen der internen Revision sowie der extern zur Aufklärung hinzugezogenen US-Kanzlei Jones Day und zitierte eine nicht näher beschriebene Quelle, die mit der Aufklärung betraut sei.

Es könnte noch mehr Mitwisser als die 30 Manager geben, hieß es in dem Bericht des Magazins. Zitiert wird ein VW-Manager: Dass der Dieselmotor EA 189 die Vorschriften ohne die teure Abgasreinigung erreicht, die sonst bei Diesel-Antrieben üblich ist, hätte "jeden Motorenentwickler misstrauisch machen müssen".

VW hatte Mitte September zugegeben, in den USA eine illegale Software installiert, um Diesel-Emissionswerte zu manipulieren. Weltweit sind bis zu elf Millionen Autos mit diesem Computerprogramm unterwegs.

© SZ/dpa/sana
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