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Süddeutsche Zeitung für Kinder:Genau zielen

Genau zielen Der Werfer kann nicht einfach irgendwohin werfen. Nein, er muss die Strike-Zone treffen, die "Schlagzone". Die Schlagzone ist nicht sichtbar markiert, sie lässt sich nur ungefähr erahnen. Ein gültiger Wurf muss erstens über die 43 Zentimeter breite Home Plate (eine Plastikplatte am Boden) fliegen und zweitens muss die Höhe stimmen: Der Ball muss höher sein als das Knie des Batters - und die Obergrenze liegt auf halber Höhe zwischen Gürtel und Schultern. Ganz schön kompliziert, weshalb immer ein Schiedsrichter genau aufpasst, ob der Wurf ein Ball (Fehlwurf) oder ein Strike (Fehlschlag) war.

(Foto: SZ für Kinder/Jan Reiser)

Punkten Die Mannschaft gewinnt, die am meisten Runs (Läufe, Punkte) erzielt. Das geht so: Der Batter schlägt den Ball und rennt los. Dann muss der Ball im Spielfeld aufkommen und der Schläger mindestens die erste Base erreichen. Dann kommt der nächste Schläger dran. Wenn der trifft, darf sein Mitspieler von der ersten Base zur zweiten oder dritten laufen. Oder ganz zurück zur Home Plate. Wenn der Angreifer da wieder ankommt, hat er einen Punkt geholt. Einfacher geht es per Home Run: Schlägt der Batter den Ball über die hintere Spielfeldgrenze hinaus, darf er gleich "nach Hause" und punkten.

(Foto: SZ für Kinder/Jan Reiser)

Magische Drei Beim Baseball dreht sich fast alles um die Zahl drei. Wenn ein Angreifer dreimal den Wurf verpasst oder verfehlt, ist er out. Wenn drei Angreifer out sind, ist Seitenwechsel. Dann darf die andere Mannschaft, die bisher geworfen und gefangen hat, angreifen und schlagen. Im US-Baseball gibt es keine feste Spielzeit, niemand schaut auf die Uhr: Zu Ende ist das Spiel, wenn drei mal drei (also neun) Innings (Spielabschnitte) gespielt sind. In einem Inning ist jede Mannschaft einmal Schlag- und einmal Feldmannschaft. Bei Unentschieden gibt es extra Innings - so viele, bis ein Team mehr Punkte hat.

(Foto: SZ für Kinder/Jan Reiser)

Hau & Ruck Oft passiert beim Baseball minutenlang gar nichts: Der Pitcher wirft daneben, oder der Schläger haut vorbei. Europäer, die das Duell nicht recht begreifen, gähnen dann: "Ooch, da passiert ja nichts." Amerikaner sehen das anders, sie warten gespannt auf den Schlag: Es kann jeden Moment passieren, plötzlich macht es "klack", der Holzschläger trifft den harten Lederball, das Spiel explodiert. Die Angreifer rennen wie um ihr Leben, und die Verteidiger werfen sich den Ball blitzschnell zu. Alles tausendfach trainiert. Baseball ist lange träge - und dann, für ein paar Sekunden, rasend schnell.