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Ladies & Gentlemen:Stilvolle Nahrungsaufnahme in der Öffentlichkeit

Glamourprofi Ursula von der Leyen, die man bislang nie mit irgendetwas Lebenserhaltendem in der Hand sah.

(Foto: Thierry Monasse/dpa)

Ok, auch das politische Spitzenpersonal muss mal was essen. Aber wie kriegt man das hin, ohne dass Journalisten gleich eine Stilkritik schreiben? Schwierig!

Für sie: Bloß nicht lockerlassen!

Es gibt zwei Glamourbranchen, zu denen eiserne Disziplin gehört: die Mode und die Politik. Die Autorin spricht hier aus Erfahrung, in ihrer Zeit als Modelbookerin verschlang sie riesige Pistazienmacarons heimlich in Pariser U-Bahnschächten, um den strafenden Blicken der Kollegen zu entgehen. Außerdem wurde sie mal auf einem schicken Event mit einer frikadellengefüllten Backe fotografiert. Danach kann man eigentlich einpacken.

Denn wer isst, hat in den Augen der Konkurrenz die Kontrolle über seinen Look und damit sein Leben verloren. Das weiß natürlich auch Glamourprofi Ursula von der Leyen, die man noch nie mit irgendetwas Lebenserhaltendem in der Hand sah. Bis jetzt. Denn neulich in Brüssel gönnte sie sich - festhalten - einen Cappuccino. Ganz schön dolce-vita-mäßig wirkte das. Warum nicht gleich im Winde wehende Blumenkleider tragen, Frau Ministerin?

Ein superschwarzer Espresso wäre hier auf den ersten Blick angebrachter gewesen, der Energy Shot hätte ihre unbedingte Konzentration auf die Macht unterstrichen. Auf den zweiten Blick spricht aus der lauwarmen Entspannungsmilch aber auch eine gewisse Siegessicherheit. Was schon wieder ziemlich smart ist, denn überspannt wirken möchte in der Bewerbungsphase niemand. Das hätte mal jemand Manfred Weber sagen müssen, dem Duracell-Hasen unter den Europäern. Wenigstens kann der jetzt wieder in Ruhe Fleischpflanzerl kauen. Julia Werner

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