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Pflaster im Test:Kleb dir eins

Pflaster auf offenen Kinderknien sind erstmal immer gut für die Seele - aber welches Produkt schützt die Wunde auch am besten vor Schmutz?

Protokolle: Anne Goebel

Pflaster haben immer Saison, aber im Sommer werden sie besonders häufig benötigt. Klar, bei Hitze ist die Haut weniger bedeckt. Man werkelt im Freien, läuft barfuß, das Aufkratzen von Insektenstichen tut ein übriges. Da kann es schneller mal aus kleinen Wunden bluten. Dass man sie abdeckt mit einem Pflaster, ist sinnvoll - auch wenn so die Verletzung nicht behandelt wird, sondern nur abgeschirmt. "Wundpflaster dienen dem Schutz der Wunde", sagt die Kinderkrankenschwester Teresa Fischbach. "Sie beschleunigen nicht die Heilung, aber der Heilungsprozess kann bei richtiger Anwendung ohne Probleme verlaufen."

Zur richtigen Anwendung gehört: Die Wunde reinigen. Dafür kann alkoholfreies Hautdesinfektionsmittel verwendet werden, auch NaCl-Lösung (0,9 Prozent) oder "einfach sauberes Wasser". Vor dem Aufkleben sollte die Wunde samt umgebender Haut trocken sein. "Reste von Cremes oder Ölen entfernen, sonst haftet das Pflaster nicht." Mit sterilem Arbeiten hat Fischbach als Krankenschwester auf einer Intensivstation täglich zu tun. Daher betont sie, wie wichtig der nächste Schritt ist: "Das Pflaster muss auf die Wunde aufgebracht werden, ohne die Wundauflage mit den Fingern zu berühren." Es kommt also darauf an, dass der mittige Textilstreifen gut geschützt ist. Außerdem darauf achten, dass das Pflaster groß genug ist - die verletzte Stelle darf nicht in Kontakt mit der Klebefläche geraten.

Teresa Fischbach hat die Pflaster mit und an ihren beiden Söhnen getestet, während der Corona-Zeit und im Urlaub an der See. Unterschiede zwischen der Wundversorgung bei Kindern und Erwachsenen gebe es nicht, sagt sie. Höchstens in psychologischer Hinsicht: "Viele Kinder finden ihre Wunde weniger schlimm, sobald ein Pflaster drauf ist. Da ist die Welt schon wieder ein bisschen in Ordnung." Kommt einem bekannt vor, nur gibt das bei den Erwachsenen keiner zu.

© SZ vom 22.08.2020

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