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Marni bei H&M:1001 Designer-Kollektion

Die schwedische Modekette H&M präsentiert Print-Kleider aus dem italienischen Hause Marni in seine Filialen und feiert das mit einer marokkanischen Nacht - in den Hügeln von Hollywood. Dort fühlt man sich zwar wie in einer Medina, spricht am Ende aber doch ganz hollywoodlike über David Beckhams Unterhosen.

Es ist immer wieder surreal. Einmal zum Beispiel steht plötzlich Bryan Ferry auf einer kleinen Holzbühne und gibt den Pop-Gigolo. Sein Haar ist zerzaust, der maßgeschneiderte Anzug sitzt so, als habe sich der Sänger vor ein paar Minuten erst aus dem Hotelbett geschält.

Auffällige Drucke, hochwertig verarbeitet: Die jüngste Designer-Kollektion von H&M ist eine Kooperation mit Marni - und wirklich hübsch geworden.

Geschätzt 200 Gäste drängeln sich vor der provisorisch zusammengezimmerten Bühne. Sie sind an diesem für kalifornische Verhältnisse ungewöhnlich kühlen Februarabend nach Los Angeles gereist - genauer: nach Los Feliz -, um die mittlerweile elfte Designerkollektion der schwedischen Massenmodekette H&M zu feiern. Und Bryan Ferry liefert den Soundtrack für dieses Fest, das den Namen "Promi-Party" ausnahmsweise mal verdient hat. Neben den etwa 150 Journalisten, die eigens eingeflogen wurden, sieht man pausenlos Gesichter, die man kurz vorher noch auf der Kinoleinwand oder in der Grazia gesehen hat.

Wenn Modelabels Partys ausrichten, wegen einer neuen Kooperation oder Taschenkollektion, sieht man in der Post-Berichterstattung mal ein, zwei halbberühmte Gesichter, wenn es hochkommt. Zum Launch von H&Ms neuer Marni-Kollektion ist halb Hollywood gekommen, dazu alle derzeitigen It-Girls, die meisten in "Marni für H&M".

Der einen steht es besser (Annabelle Dexter-Jones, Milla Jovovich), der anderen weniger (Winona Ryder). Aber die Mode ist Nebensache. Kurz nachdem der Abend begonnen hat, ist klar: Dies hier ist die unwirklichste Party, auf der man je eingeladen war. Vielleicht liegt es an den Stars, die sich so natürlich bewegen, als wäre das hier die private Grillparty eines befreundeten Maskenbildners.

Ist das auf dem Sofa da drüben nicht Drew Barrymore? Sie ist's. Ein paar Meter neben ihr? Das müsste Mena Suvari sein, allerdings mit einem neuen Gesicht. Und die Brünette an der Bar, die sich gerade vom Grünkohlsalat genommen hat? Sofia Coppola. Die Kulisse dieses Schauspiels ist die spektakuläre Architektur des "Sowden House": eine Villa aus den späten zwanziger Jahren. Mit ihren verzierten Betonquadern sieht sie aus wie ein Maya-Tempel, der zwischen den Hollywoodhügeln emporragt.

Kissen, Teppiche und Sandelholz

Die Veranstalter nennen die Party-Location nur "das Haus des Sohns von Frank Lloyd Wright" - der Sprössling von Amerikas größtem Architekten hat die Villa 1926 für seinen guten Freund, den Fotografen John Sowden, gebaut. Ab 2000 Dollar die Nacht kann man dieses Anwesen mieten und damit tun und machen, was man will. H&M hat sich entschieden, die neue Marni-Kooperation mit einer marokkanischen Nacht zu feiern. Die schätzungsweise fünfhundert Kissen passen perfekt zu den Kelim-Teppichen, die den Boden wie eine Patchworkdecke bedecken, in der Luft liegt der Duft von Sandelholz. Nach dem dritten Glas Champagner hat man vergessen, dass man in den Bergen von Los Angeles ist und nicht in der Medina.

Es bedarf schon einiger Requisiten, um dieses Gefühl von nordafrikanischer Folklore in Kalifornien herzustellen - aber warum eigentlich Marokko? Wohl weil sich Sofia Coppola für ihren Imagefilm, den sie für die Designerkollektion produziert hat, Marrakesch als Drehort ausgesucht hat. Was sie darin zeigt, zur Musik von Bryan Ferry - eine wunderschöne Imogen Poots, die sich mit einem Model in wahrhaftig wunderschön gemusterten Kleidern räkelt - hätte ebenso gut am Pool von Coppolas Lieblingshotel, dem Chateau Marmont in West Hollywood, oder unter den Palmen von Palm Springs stattfinden können. Aber der Film will, wie die Marni-Kollektion, eben das genau sein: die Erinnerung an einen traumhaft schönen Luxusurlaub in Marrakesch, auch wenn der H&M-Kunde die letzten Ferien im Tropical Islands in Krausnick verbrachte.

Coppola, im brokatverzierten Marni-für-H&M-Anzug, gibt sich mädchenhaft zart. Ihre Hand fühlt sich bei der Begrüßung an wie eine welke Lilienblüte. Dass dies hier ein durchchoreographiertes Event ist, merkt man an den Phrasen, die aus ihrem Mund kommen. Sie äußert sich natürlich zu nichts anderem als zu ihrem Modefilm.

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