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Foodblog "Kochnische": Resteverwertung:Gut und übrig

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Mit ein paar Kniffen lassen sich Reste zu etwas Besonderem aufwerten.

(Foto: Christina Metallinos für SZ.de)

Das angebrochene Pesto, die ausgekratzte Vanilleschote, der Reis vom Vortag - wer regelmäßig kocht, produziert nicht nur Essen, sondern auch Reste. Doch auch daraus lässt sich noch etwas machen. Fünf Tipps für eine kreative Resteverwertung.

In der Welt der Küche unterscheidet man zwei Arten von Essern: Jene, die ein und dieselbe Mahlzeit zur Not auch drei Tage hintereinander zu sich nehmen können und solche, die das nicht ertragen - außer vielleicht, wenn es um ihr Leibgericht geht oder die Reste der Weihnachtsgans, die einen gut und gerne bis Silvester satthalten könnten.

Reste, die beim alltäglichen Kochen entstehen, nötigen einen zuweilen dazu, am nächsten Tag genau dasselbe noch einmal zu kochen - jedoch nur, wenn es einem an Phantasie mangelt. Denn aus dem geöffneten Pestoglas im Kühlschrank oder dem Reis vom Vortag lässt sich noch etwas ganz Neues zaubern, ohne zum Wiederholungstäter in der Küche zu werden. Fünf Szenarien, in denen man sich über Reste freuen kann:

Pesto: Kaum etwas sichert eine schnelle und warme Mahlzeit so sehr wie gekauftes Pesto aus dem Glas. Von dem bleibt, da es sich um eine klassische Singlemahlzeit handelt, fast immer etwas übrig. So landet das angebrochene Glas zunächst im Kühlschrank und später, inzwischen zur Zuchtkultur für Pilze aller Art verkommen, im Müll. Dabei liefert unverdorbenes Pesto eine wunderbare Basis für einen leckeren Brotaufstrich und feinen Dip zu Gemüse oder Gebäck: Einfach ein wenig rotes oder grünes Pesto mit Hüttenkäse, frisch geriebenem Parmesan und Kräutern (etwa Basilikum oder Thymian) verrühren: fertig. Klingt simpel, schmeckt aber mindestens so gut wie Pesto mit Nudeln.

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Egal ob rot oder grün: Aus Pesto lässt sich ein feiner Brotaufstrich für Picknick oder Vorspeise zaubern.

(Foto: Christina Metallinos für SZ.de)

Vanilleschoten: Manches Rezept fordert das Aroma einer Vanilleschote. Die ist ziemlich teuer, und doch bleibt sie meist nur unzureichend genutzt, weil man z. B. für einen Kuchen nur das Mark herausgekratzt. Aber selbst wenn man sie auskocht (z.B. für Crème brûlée), enthält sie noch mehr als genug vom echten Vanillearoma, um etwas Feines daraus zu machen: Man steckt die trockene Vanilleschote in ein Schraubglas mit weißem Zucker. Nach einigen Wochen erhält man einen natürlichen Vanillezucker, gegen den jeder gekaufte aus dem Supermarkt eindeutig verliert.

Reis: In einigen Fällen funktioniert Resteverwertung so gut, dass man bereitwillig mit Vorsatz Reste verursacht - etwa, indem man mehr Reis kocht als nötig. Dieser eignet sich am nächsten Tag hervorragend für gebratenen Eierreis mit Gemüse. Dafür ein wenig gehackte Zwiebel, Chili und Ingwer in Öl andünsten, danach kleingeschnittenes Gemüse (nach eigenem Geschmack und Vorrat) dazugeben und bissfest braten. Den Reis hinzufügen und kurz anbraten. Pro Person ein Ei verquirlen und unterrühren, bis es gestockt ist. Mit Sojasauce, Salz und Zucker abschmecken, gut passt auch süße Chilisauce oder Sriracha-Sauce.

Chilischoten: Im herkömmlichen Supermarkt erhält man kaum lose, einzelne Chilischoten, sondern muss meist fünf bis zehn Stück auf einmal kaufen. Zwar halten sich diese einige Zeit im Kühlschrank, irgendwann verlieren sie jedoch ihren Geschmack. Den kann man konservieren - etwa in Öl. Dafür, je nach Schärfe der Schote, eine gehackte roten Chilischote (inklusive Kernen) mit 100 bis 200 Millilitern Olivenöl in einem Topf erwärmen, dabei regelmäßig schwenken. Nach zehn Minuten in eine saubere, fest verschließbare Flasche füllen und vor der Verwendung mehrere Tage ziehen lassen. Je länger das Öl steht, desto intensiver wird es.

Kräuter: Ähnlich verhält es sich mit Kräutern. Wer sie nicht selbst anbaut, ist oft gezwungen, einen ganzen Topf zu kaufen. Das klingt zunächst nachhaltig, dennoch halten die wenigsten Kräuter, trotz Gießens, länger als eine Woche. Ob das nun an Turbozüchtungen oder geplanter Obsoleszenz liegt, sei dahingestellt. Es gilt jedenfalls, schnell zu sein. Deshalb am besten den gesamten Kräutertopf auf einmal abernten. Die nicht verwendeten Kräuter, wenn nötig,kleinhacken und in Eiswürfelformen füllen. Mit etwas Wasser auffüllen, einfrieren und portionsweise wieder auftauen.Zwar verlieren sie etwas an Aroma, eignen sich aber immer noch hervorragend zum Würzen von Saucen und Dips. Unaufgetaut dienen sie als dekorative Eiswürfel für Smoothies oder angesagte Kräuter-Cocktails.

© SZ.de/vs/holz
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