Ladies & Gentlemen:Die Schiffers im Kino

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(Foto: Ian West/dpa)

Sind sie das perfekte Paar? Dauerschönheit Claudia Schiffer und ihr Mann Matthew Vaughn bei einer Filmpremiere in London.

Von Max Scharnigg und Julia Werner

Für sie: Die Ehegöttin

Kennt jede Frau: Den Mann bei einer wichtigen Sache unterstützen müssen, also zum Beispiel bei der Verleihung des Goldenen Zementspachtels oder dem Launch einer überflüssigen App. Meistens hängt das eigene ökonomische Schicksal wegen Ehe ja auch immer ein bisschen von derlei Anlässen ab - oder man macht es aus Liebe. Egal, man hat ja keine Ahnung von Paragrafen und Zement, muss aber die ganze Zeit charmant lächeln, weswegen man immer ein bisschen aussieht wie Ellenbogen-Deko. Bei prominenten Leuten ist die Sache auch nicht anders, wie wir bei der Londoner Premiere von Matthew Vaughns neuem Film "Argylle" feststellen konnten. Seine wunderschöne Frau, ungleich berühmter als er, hat sogar die Familienkatze Chip in einem Rucksack mitgebracht, weil Chip eine Rolle in dem Film hat. Außerdem hat sie sich in eine Versace-Robe geschossen, mit zum Filmtitel passendem Argyle-Muster, allerdings in Metallic-Version, an den Körperseiten eingerahmt in Spitze. Es ist eigentlich das perfekte Kleid für den neuen Tiktok-Trend #mobwife, über den jetzt alle reden und den nie jemand tragen wird: Der Mob Wife Look ist inspiriert von den Heldinnen aus der "Sopranos"-Serienkultur. Also: zu tiefe Ausschnitte, zu enge Minis, viel Bling und Leo-Muster. Aber einer Claudia Schiffer kann selbst Silber in Kombination mit gelber Spitze nichts anhaben, ihre überirdisch seifensaubere Schönheit ist durch nichts zu entstellen. Trotzdem symbolisiert diese Robe neben dem Ehemann im Straßenlook natürlich, wer in dieser Beziehung das Sagen hat. Insofern ist dieser Auftritt einerseits eine Panne, weil er den Protagonisten in den Schatten stellt. Andererseits ist #mobwife vielleicht gar kein Look, sondern eine Lebenseinstellung.

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(Foto: Kate Green/Getty Images for Universal Pictures)

Für ihn: Folgen Sie ihr unauffällig!

Es gibt viel Wissenswertes über den Filmproduzenten Matthew Vaughn. Zum Beispiel, dass er lange Zeit dachte, der Filmstar Robert Vaughn wäre sein Vater, dabei ist er Kind des exzentrischen Adeligen George Albert Harley De Vere Drummond. Als der entsprechende Vaterschaftstest durch war, hatte der damals halbwüchsige Matthew zumindest auf dem Papier also plötzlich beste Kontakte nach Windsor. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, mit Guy Ritchie umgehend das Genre des britischen Zahnlücken-Gangsterfilms neu zu erfinden. Seine späteren Filme ("Kingsmen") wurden eleganter und tendierten eher in Richtung James Bond; auch der neue Agentenfilm "Argylle", den er hier vorstellte, setzt auf die stilvolle Inszenierung von Spionage. Vaughn soll außerdem farbenblind sein, was für einen Filmmenschen sicher besonders anstrengend ist. Ob das etwas damit zu tun hat, dass er meist in dunklen bis düsteren Looks unterwegs ist? Wie auch immer, mit Jeans, Sweatshirt und Wollmantel zu einer großen Filmpremiere zu erscheinen, ist auch dann fragwürdig, wenn man London, James Bond und die halb adelige Herkunft außer Acht lässt. Es gibt dafür nur zwei Entschuldigungen. Erstens markiert Vaughn damit ziemlich klar - das ist hier mein Film, ich komme quasi gerade aus dem Backoffice, ihr könnt froh sein, dass ich nicht nur Socken anhabe. Und zweitens ist es wohl einfach Erfahrungswert, wenn man über zwanzig Jahre mit Claudia Schiffer verheiratet ist - sie überglänzt und vergoldet ohnehin alles, da ist es einfacher, wenn man an ihrer Seite gleich ankommt wie ein alter Stein.

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