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Amerikanisches Phänomen:Blau sprießt das Achselhaar

Achselhaar, Froth Magazine, gleich wieder von der Seite werfen

Vielleicht mal austesten über die Feiertage: farbige Achselbehaarung.

(Foto: Destiny M.)

Seit die Hippie-Ära vorbei ist, trägt kaum noch eine Frau langes Haar unter den Achseln. In Amerika wollen das jetzt ein paar Frauen ändern. Sie färben ihre Achselhaare pink, gelb, und grün. Das hat nicht nur ästhetische Gründe.

Ende der Siebzigerjahre wurden sie abgeschafft, aber in diesem Sommer brachte Madonna sie wieder ins Gespräch: Die Achselhaare der Frau. Madonna postete ein Foto ihrer behaarten Achseln auf Instagram und reimte dazu: "Long hair...... Don't Care!!!!!!"

Achselhaar ist wieder en vogue. Wirklich schockiert hat das niemanden. Doch jetzt könnte ein neuer Trend das ändern: In Amerika setzen Frauen ihre Haare bunt in Szene. Sie färben sie in grellem Gelb, Grün oder Blau. Washington Post und New York Post sprechen bereits von einem neuen Mode-Phänomen. Ziel der Anhängerinnen ist es, das Frauenbild jenseits der ästhetischen Norm zu propagieren.

Angefangen hat alles mit "zu viel Wein", wie Roxie Hunt auf ihrem Blog schreibt. Die 30-jährige Haar-Stylistin wollte schon immer jemandem die Achselhaare färben. Leicht angeheitert überzeugte sie dann ihre Kollegin Rain - und färbte ihr die Achselhaare leuchtend blau, passend zur Haarfarbe.

"Es war nur eine Art Experiment", sagte Hunt der Washington Post. "Wir haben Fotos gemacht, um den Prozess zu dokumentieren und sie wurden so gut, dass wir sie online gepostet haben." Manch ein Leser wollte daraufhin genauer wissen, wie das funktioniert: Was muss man beim Färben beachten? Darf man dabei Deo tragen? Was ist, wenn man viel schwitzt? Ist das nicht krebserregend?

"Die Reaktionen sind meistens negativ"

Mehr als 35 000 Leser teilten den Eintrag. Bald darauf gab es erste Nachahmer. Um die Fotos und Kommentare zu bündeln, legte Hunt auf Twitter die Hashtags #freeyourpits und #dyedpits an und gab der Bewegung den Namen "Free your pits": "Befrei deine Achselhöhle".

"In der Bewegung geht es um persönliche Freiheit und ästhetisches Experimentieren", sagte Hunt der Washington Post. Sie wolle darauf aufmerksam machen, dass jeder selbst über seinen Körper entscheiden solle. In ihrem Manifest schreibt sie: "Ganz gleich, ob du dich rasierst oder nicht, Frauen sollten selbst über ihren Körper entscheiden dürfen, ohne dass andere sie dafür verurteilen."

Eine der wohl populärsten Anhängerinnen ist Destiny M. In gleich zwei Videos erklärt das etwas fahrige Mädchen sehr ausführlich, warum sie jetzt blaue Achseln trägt und wie das bei ihrer Familie und Fremden ankommt. "Die Reaktionen sind meistens negativ", sagt sie. "Aber wir müssen uns fragen, warum wir so denken."

Ein Umdenken also? Ein neuer Trend? Das wird sich zeigen. Eins aber steht jetzt schon fest: Für Roxie Hunt, die Haar-Stylistin aus Seattle, ist die Aktion verdammt gute Werbung.