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French Open:Zverev macht's im Sprint, Petkovic im Krimi

2019 French Open - Day Five

Alexander Zverev bei den French Open.

(Foto: Getty Images)
  • Alexander Zverev erreicht die dritte Runde der French Open in Paris.
  • Gegen den schwedischen Qualifikanten Mikael Ymer hat der Deutsche keine Probleme.
  • Auch Andrea Petkovic ist weiter - als einzige deutsche Frau.

Dem Marathon folgte ein Sprint: Alexander Zverev hat bei den French Open in Paris im Eiltempo die dritte Runde erreicht. Nach seinem mehr als vierstündigen Fünfsatz-Krimi in der ersten Runde gegen den Australier John Millman ging dem Weltranglistenfünften sein Match gegen den schwedischen Qualifikanten Mikael Ymer wesentlich leichter und flotter von der Hand: Für sein klares und über weite Strecke auch überzeugendes 6:1, 6:3, 7:6 (7:3) auf dem neuen Court "Simonne Mathieu" benötigte der ATP-Champion nur 1:59 Stunden.

Der bisweilen überforderte Ymer (20) hatte gegen einen sehr konzentriert und entschlossen spielenden Zverev (22) nur gegen Ende des dritten Satzes die Chance, ins Match zurückzukommen.

Der Hamburger diktierte das Spiel mit starken Aufschlägen und platzierten Grundschlägen, meist suchte er dabei schnell die Entscheidung gegen den 148. der Weltrangliste, der erst sein zweites Match überhaupt bei einem Grand Slam spielte. In dieser Form sollte für Zverev auch in der dritten Runde, wo er auf Dusan Lajovic (Serbien/Nr. 30) oder Elliot Benchetrit (Frankreich) trifft, ein klarer Sieg möglich sein.

Vor dem Match hatte Eurosport-Experte Boris Becker noch einmal leise Kritik am Spielstil von Zverev geübt und mokiert, dieser stehe zu weit hinter der Grundlinie. Auf diesen Stil hätten sich die Gegner aber mittlerweile eingestellt und eine Lösung gefunden. "Und das macht ihm zu schaffen, dass er sein Spiel nicht weiterentwickelt hat. Man muss sich ständig weiterentwickeln", betonte Becker. Sein Kollege John McEnroe warnte ebenfalls: Falls Zverev nicht ein bisschen weiter nach vorne rücke und näher zur Grundlinie rücke, werde er in seiner Entwicklung "irgendwann stehenbleiben".

Für Ymer war Zverev freilich mindestens eine Nummer zu groß - ebenso wie Roger Federer und Rafael Nadal in ihren jeweiligen Zweitrunden-Matches für die deutschen Qualifikanten Oscar Otte und Yannick Maden. Allerdings: Die beiden deutschen Nobodys wehrten sich nach Kräften, vor allem der 25 Jahre alte Kölner Otte trat sehr beherzt auf: Beim 4:6, 3:6, 4:6 vor großer Kulisse auf dem Hauptplatz "Philippe Chatrier" brachte er Grand-Slam-Rekordsieger Federer einige Male doch in arge Verlegenheit.

Während Philipp Kohlschreiber (35) unerwartet das Altherren-Duell gegen den Franzosen Nicolas Mahut (37) glatt in drei Sätzen verlor, gefiel Otte gegen Maestro Federer mit Unbekümmertheit. "Ich war überrascht, dass ich mir nicht in die Hose geschissen habe", sagte der 144. der Weltrangliste, der sich wie der wackere Maden mit einem Preisgeld in Höhe von 87.000 Euro trösten darf. Der 29 Jahre alte Stuttgarter wehrte sich beim 1:6, 2:6, 4:6 gegen den elfmaligen Turniersieger Nadal ähnlich tapfer. "Das war jetzt nicht so schlecht", sagte Maden nach dem "größten Match meiner Karriere", aber "dass er besser war, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren."

Besser lief es derweil vor allem vom Ergebnis her für Andrea Petkovic. Sie steht als einzige der anfangs sieben deutschen Tennisspielerinnen in der dritten Runde. Dabei besiegte sie die an Nummer 25 gesetzte Hsieh Su-Wei (Taiwan) in einem packenden Match mit 4:6, 6:3, 8:6. Petkovic ist damit die einzige von sieben gestarteten deutschen Tennisspielerinnen, die in Roland Garros noch im Turnier ist. Nach dem knapp verlorenen ersten Satz zog Petkovic im zweiten schnell auf 4:0 davon. Die 33 Jahre alte Hsieh konnte ihr hohes Niveau in dieser Phase nicht halten. Im dritten Durchgang kämpfte sich Petkovic, derzeit die Nummer 69 der Weltrangliste, nach einem 1:3 zurück. Nach 2:24 Stunden nutzte sie ihren zweiten Matchball - mit einem Stopp.

Laura Siegemund (Metzingen) hatte den überraschenden Einzug in die dritte Runde dagegen verpasst. Die 31-Jährige unterlag der an Nummer 15 gesetzten Schweizerin Belinda Bencic nach einem zähem Kampf über zwei Tage mit 6:4, 4:6, 4:6. Das Match hatte am Mittwochabend beim Stand von 4:4 im dritten Satz wegen Dunkelheit abgebrochen werden müssen. Siegemund hatte alle Chancen, zum ersten Mal in die dritte Runde in Roland Garros einzuziehen. Im zweiten Satz lag sie nach einem Break schon 4:2 in Führung, sie hatte das Match bis dahin mit zahlreichen Gewinnschlägen auch bestimmt. Dann aber kämpfte sich Bencic gegen die Nummer 95 der Weltrangliste zurück und nutzte am Donnerstag nach 2:21 Stunden Spielzeit ihren ersten Matchball.

© Sz.de/sid/jbe
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