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VfL Wolfsburg:Gemeinsam zufrieden

Wolfsburgs Felix Klaus, links, und Freiburgs Mike Frantz zeigen, wie man sich nach einem Unentschieden fühlt.

(Foto: Sasha Steinbach/AP)

Der VfL Wolfsburg und der SC Freiburg dürfen nach dem 2:2-Unentschieden weiter beide auf das internationale Geschäft hoffen - Wolfsburg hadert allerdings mit zwei VAR-Entscheidungen in der ersten Halbzeit.

Christian Streich räumte noch kurz seinen Streit mit "Pechvogel" Daniel Ginczek aus, dann holte der Dauertrainer des SC Freiburg sein Team gut gelaunt in die Kabine. Nach dem kuriosen 2:2 (1:2) beim VfL Wolfsburg war die Stimmung beim SC Freiburg durchaus gut. "Jeder weiß, dass jetzt noch was nach oben möglich ist", sagte Freiburgs Torschütze Nicolas Höler bei Sky über den wichtigen Punktgewinn.

Dabei hatte Freiburg einen Tag nach der Vertragsverlängerung mit Streich einen kapitalen Fehlstart hingelegt. Wolfsburgs Wout Weghorst traf per Flachschuss (14.) und Foulelfmeter (27.), zwei weitere Treffer von Ginczek wurden zurückgenommen. "Wir hätten eigentlich 4:0 führen können. Für mich war das auch eine Premiere, dass mir gleich zwei Tore aberkannt wurden", sagte Ginczek, der sich auf dem Platz mit Streich angelegt hatte.

Der SC Freiburg kommt zurück und verkürzt in der Tabelle gegenüber der TSG Hoffenheim

So aber kam der SCF zurück: Erst gelang Höler (43.) der Anschluss, ehe Roland Sallai ebenfalls mit einem Kopfball Sekunden nach den Pausenpfiff sogar ausglich (46.). Freiburg verkürzte durch das Remis den Rückstand zum Tabellensiebten TSG Hoffenheim auf einen Punkt. "Wir wussten: Wenn wir hier verlieren, ist Platz sechs weg. Wir wollen schließlich nicht um die goldene Ananas spielen. Was dann am Ende raus kommt - schau'n mer mal", sagte Höler.

Streich, der in der Volkswagen-Arena zum 250. Mal als Erstligatrainer auf der Bank saß, musste vor allem zu Beginn an der Seitenlinie häufiger eingreifen, als ihm lieb war: Erst in der 38. Minute kamen die Gäste zu ihrer ersten Torgelegenheit, der Treffer zum 1:2 weckte jedoch den Kampfgeist.

Ein VfL-Patzer direkt nach der Pause ermöglichte gar den Ausgleich, als Sallai mit einer Kopfball-Bogenlampe traf. "Da hatten wir einen Blackout", sagt Ginczek. Sein Streit mit Streich sei derweil "nichts Dramatisches" gewesen, fügte er hinzu: "Er ist emotional, ich bin emotional. Dann gibt es schon mal Wortgefechte. Das haben wir geklärt."

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, beide Mannschaften hatten mehrfach Chancen zu weiteren Treffern. Vor allem Freiburgs Philipp Lienhart hatte das 3:2 auf dem Fuß, brachte den Ball aber nicht über die Linie. "Wir hätten das dritte Tor machen können. Es tut mir leid für die Mannschaft, der muss einfach rein", sagte der Österreicher.

So aber blieb es beim 2:2, auch weil in den letzten Minuten ein Unwetter über das Stadion hereinbrach und der Platz immer nasser wurde. "Wir haben nie aufgesteckt und sind zurückgekommen. Ich denke, das Ergebnis geht so in Ordnung", sagte Höler.

© SZ vom 15.06.2020 / sid
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